Laura Misch – LITHIC: Musik aus dem Steinbruch

Geologischer Masterplan: Hochkonzeptionelle Jazztronica aus Granit, Schiefer und Kies.

Laura Misch kennt man als Künstlerin, die die Natur und ihre Elemente in Klangwelten einfängt, in denen die Leichtigkeit von Luft oder der Duft von Moos musikalische Gestalt annehmen. Diese Field Recordings sind womöglich ihr Markenkern, aber sie darauf zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht: Misch ist auch eine exzellente Singer/Songwriterin, eine innovative Saxofonistin und zudem versiert im Umgang mit frickeliger Electronica. All das hat sie schon auf ihrem gravitationslosen Debüt SAMPLE THE SKY exzellent miteinander vereint, für den Nachfolger jedoch wird sie zur Geologin: Schiefer, Granit und Kies liefern den Masterplan für das Album.

LITHIC bedeutet „von der Natur des Steins“, das Album entstand in Steinbrüchen und Höhlen, an Klippen und Kiesstränden. Logisch, dass LITHIC gewichtiger und getragener ist als das fluffig-luftige SAMPLE THE SKY, von der Leichtigkeit des Debüts hat ­LITHIC viel eingebüßt: Steine bilden die rhythmischen Patterns des Albums, in „Echoes“ sorgt gar eine Ziegenhauttrommel für perkussive Elemente, Höhlen dienen als natürliche Hallräume.

Das mag den Anschein von Klangschalendämmerung erwecken, doch mit Esoterik hat die hochbegabte Misch zum Glück nichts am Hut. Könnte man Noten mit Steinen aufladen, dann würde das wohl zu jenem Ökosystem aus Saxofon, Stimme, Elektronik und Percussion führen, das Misch erschaffen hat.

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