Album der Woche

Le Millipede Legs And Birds


Gutfeeling/Broken Silence (VÖ: 20.1.)

von

Klare Arbeitsteilung bei Mathias Götz alias Le Millipede: Album Numero eins bestreitet der Posaunist wie gewohnt mit Händen, Beinen und Füßen (Stichwort: LEGS), Album Numero zwei überlässt er den ebenso titelgebenden BIRDS, dabei ist jeder der 17 Tracks nach dem Vogel benannt, dessen Singstimme wir hören, vom Bluthänfling bis zum Baumpieper. Diesen und anderen Piepmätzen und hervorragenden Wald- und Wiesen-Sänger*innen kommt hier die Rolle des unberechenbaren Klangmeisters zu.

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„Warum greifen die Vögel an?“, fragte der Philosoph Slavoj Žižek, nachdem er sich den Hitchcock-Klassiker „Die Vögel“ angeschaut hatte. Eine Antwort findet auch Mathias Götz auf Album zwei dieses Doppels nicht. Diese seine Aufnahmen von den singenden Vögeln sind ein Panoptikum des Free, im Sinne einer Improvisation (Free Jazz) oder eine Momentaufnahme im Geiste der Musique concète.

Ausformulierte Klangreisen, die zwischen Song und Soundinstallation mäandern

Die zehn Beiträge auf Album eins, die als Unikate konzipiert waren und in Form einer Single zunächst an Freunde wie Micha und Markus Acher, Thomas Meinecke und Andreas Stäbler aka G.Rag verschenkt wurden, erhielten dann noch eine textliche Begleitung, die der Kritiker Pico Be schrieb, verbunden mit der Frage: Welche Filme fallen mir dazu ein?

Die Tracks sind ausformulierte Klangreisen, die zwischen Song und Soundinstallation mäandern – folky, Blasmusik-und Elektronik-affin, Arthouse-Kino-inspiriert, neoklassisch. Götz, der live für Notwist auf der Bühne stand und bei deren Hochzeitskapelle spielt, setzt dabei diesmal auch seine Stimme ein, sie geistert durch diese Musik mit einem „Dütdüt-dü-dü“, für das ein Vogel noch erfunden werden sollte.


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