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Leon Vynehall Rare, Forever


Ninja Tune/Rough Trade (VÖ: 30.4.)

von

Als die Dancefloors noch geöffnet waren, kehrte ihnen Leon Vynehall den Rücken zu – und nun, da sie geschlossen sind, wieder zu ihnen zurück. So halb zumindest. Nachdem der Londoner mit dem fluffigen Deep-House-Hit „Butterflies“ und zwei Autoren-House Alben die Szene für sich gewann, folgten mit NOTHING IS STILL die großen Ambitionen: Konzeptalbum, Neo- Klassik, Ambient.

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RARE, FOREVER ist wohl als eine Synthese und zugleich nächste Entwicklungsstufe von alledem zu verstehen. Die Vorab-Singles „Mothra“ und „Ecce! Ego!“ kokettierten hier mit Techno-Konventionen, dort mit verspulten Downbeat-Vibes. Die restlichen acht Tracks differenzieren das noch aus.

Hart zupackende UK-Bass-Derivate links, bräsige Drones rechts, zwischendurch Peak Time auf dem House-Floor. Das Eklektichaos hat aber Methode: Vynehall möchte mit dieser Musik seiner eigenen Psyche auf den Grund gehen. Sonderlich aufgeräumt sieht es also in seinem Oberstübchen nicht aus. Das genau aber macht den einladenden Charme von RARE, FOREVER aus.


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