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Liars TFCF

Mute/GoodToGo

von

Als Liars Anfang des Jahrtausends in der neu erblühten Neo-Postpunk-Landschaft auftauchten, hörte man sofort: Diese Leute stehen auf unbequeme Dinge. Danach klang keine Platte wie die andere, Angus Andrews und Aaron Hemphill suchten immer andere Verbindungen von Avantgarde und Pop, eine Regel aber hielten Liars konstant ein: keine echte Musik!

Denn Authentizität ist ein Spielzeug des Teufels. Nun hat Hemphill die Band verlassen, Sänger Andrews steht allein da. Nach seinem Leben in New York, L. A. und Berlin ist er in seine Heimat Australien zurückgezogen, bewohnt eine kleine Insel an der Küste und muss für jeden Einkauf das Boot klarmachen. Das schlägt aufs Gemüt, und zwar so sehr, dass er für TFCF (kurz für: „Theme From Crying Fountain“) das echteste aller Instrumente aus der Kiste holte: die Akustikgitarre. „Schlimm, oder?“, fragt Andrews selbstironisch. Na ja, eine Folkplatte ist TFCF nicht geworden, aber es gibt hier tatsächlich persönliche Momente.

„Emblems Of Another Story“ ist echtes Drama, erinnert an die Songs des Briten Matt Elliott, der mal ein Lied über die letzten Minuten im Leben der Matrosen nach dem Untergang der Kursk geschrieben hat. Andrews ist hier ein ähnlich sonniges Gemüt, das bitterböse Cover mit ihm als verlassener Braut entspricht der Laune, doch ausgerechnet der Song mit dem traurigsten Text zieht die Platte aus dem Sumpf: „No Tree No Branch“ zeigt Liars in poppig.

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