Lynyrd Skynyrd :: Edge Of Forever

Wer heutzutage zugibt, zwischendurch gerne mal Southern Rock zu hören, genießt bei hellwachen „opinion leaders“ einen gesellschaftlichen Rang, der irgendwo zwischen Telefonsexkunde und Vollalkoholiker liegen dürfte. So weit, so gut, so nachvollziehbar. Dennoch sei feierlich festgestellt: Lynyrd Skynyrd aus Jacksonville/Florida gibt auch 30 Jahre nach Bandgründung eine flotte Kapelle ab, die trotz Katastrophen und Kalamitäten noch relativ frischen, prolligpubertären Four-Guitar-Army-Rock in Biker-Birnen und Outlaw-Ohren pumpt und sich nicht die Bohne um Trends und Trance, Beats und Bytes schert. So gesehen ist Edge Of Forever ein Manifest des Konservativismus und der Verdacht so abwegig nicht, daß die Ur-Skynyrds Gary Rossington, Leon Wilkeson, Billy Powell und ihre Bande „Postrock“ für etwas halten, was via US-Mail zugestellt wird. Also: Der Drummer ist neu, die Songs tun nur so. Bei „Füll Moon Night“ ertappt man sich, wie man aus vollem (Rot-)Hals „where the skies are so blue“ schmettert, „Tomorrow’s Goodbye“ und „Rough Around The Edge“ sind „Free Bird „Ripoffs, der Rest ist (O-Ton Plattenfirma) „stampfender Bluesrock“ oder „schwitziger Southernrock“. Klischees? Klischees! Können wir auch (und besser): Bierbauchbebender Boogie! Knackige Klampfen! „Gimme five, man“-Musik! Gimme five? Nö. 3 Sterne, Prost.