Mimsy Ormeology


Karaoke Kalk/Morr/Indigo (VÖ: 17.9.)

von

Wer auf Musik gewartet hat, die wie gemacht ist für den Herbst, bitte schön, hier ist sie. ORMEOLOGY ist das erste Album, das Jörg Follert (ehemals Wechsel Garland) unter dem Alias Mimsy veröffentlicht und es ist kontemplativ, schwelgerisch, melancholisch und zuweilen auch meditativ geworden.

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Oft kommen in den zwölf Stücken Orgelsounds, sanfte Drums und Akustikgitarren zusammen, die meisten Songs sind rein instrumental beziehungsweise sehr sparsam mit Gesang oder Spoken Word versehen. Die Lust am Klang ist Mimsy jederzeit anzuhören: die Gitarrensaiten klingen pur und clean („Este“), fein ziselierte Synthiesounds schichten sich übereinander („Seance der Steine“), oder aber alles geht in Hall und Rauschen auf („My Love“).

Manchmal hat die Musik auch etwas Tröstendes. Das Duett mit Lydia Schmidt, „Ginster“, ist ein solches Stück (ein leichter Notwist Einschlag klingt da an), gemeinsam mit den beiden will man gegen Ende des Songs wieder und wieder singen: „Lass alles / Lass alles / Lass alles / Lass alles (…)“.


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