Philine Sonny

VIRGIN LAKE

Nettwerk (VÖ: 3.4.)

Eine euphancholische Indie-Rock-Newcomerin aus Unna.

Der Boss wäre stolz auf Philine Sonny: Nicht nur, weil Philine Bernsdorf aus NRW mit ihrem Künstlernamen auf ein Lied von Bruce Springsteen anspielt und bereits beim SXSW Festival in Texas aufgetreten ist. Die Gitarristin und Sängerin hat sich in jungen Jahren Songwriting und Produktion selbst beigebracht. Mit „Lose Yourself“, einem Lied über Depressionen, machte sie 2021 auf sich aufmerksam.

Den Einfluss von Springsteen hört man auf ihrem Debütalbum manchmal noch raus, in „Eye For An Eye“ wabert die E-Gitarre besonders schön und lässt auch an The War On Drugs denken. Neben Americana-Vibe und energischem Indie-Rock („Outrun“) gibt es auch reduzierte Akustikstücke, „Weak Spot“ klingt besonders filigran. In den biografisch geprägten Texten geht es um familiäre Konflikte, seelischen Schmerz und Wut.

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Philine Sonny erinnert sich an heftigen Streit mit ihrem Vater oder prangert in „Gatekeeper“ die Männerdomäne Musikindustrie an. Aber sie singt genauso über Reife, Verständnis und bessere Zeiten. Inspiration fand sie auch in Literatur: Das Album spielt auf den Coming-of-Age-Roman „Hard Land“ von Benedict Wells an. In dem Buch findet man einen Neologismus, der sich aus den Wörtern Euphorie und Melancholie zusammensetzt und auch perfekt das intime Debüt von Sonny umschreibt: Euphancholisch.

Diese Review erscheint im Musikexpress 4/2026.