Rhiannon Giddens (with Francesco Turrisi)

They’re Calling Me Home

Nonesuch/Warner (VÖ: 9.4.)

Dieser Gospel-Folk hat einen ausgeprägten Sinn fürs Traditionelle – und trotzdem einen offenen Geist.

Die vielfach prämierte Sängerin, Banjospielerin und Geigerin Rhiannon Giddens aus North Carolina studierte einst Operngesang, ihre Berufung fand sie jedoch in der Folklore, in Bluegrass, Blues und Gospel. So speist sich auch das zweite gemeinsame Album mit ihrem Partner, dem italienischen Multiinstrumentalisten Francesco Turrisi, aus überlieferten Stücken und Folk-Covern, ergänzt durch ein paar Originale.

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Dabei hält das Duo die Dinge dynamisch. In den Todesbeschwörungen „Calling Me Home“ und „O Death“ knüpft Giddens stimmgewaltig an den Geist des Spirituals an. Anmutig und kunstliedhaft wird es dagegen mit dem Gedicht „Si Dolce è‘l Tormento“ und dem englischen Volkslied „When I Was In My Prime“, begleitet von einem bedächtig klimpernden Banjo. Und während ein Traditional wie „Waterbound“ rustikalen Appalachen-Geist atmet, schlagen die Gesangsmelodien und die Läufe des kongolesischen Gitarristen Niwel Tsumbu in „Avalon“ und „Niwel Goes To Town“ die Brücke zurück zum afrikanischen Kontinent – quasi die Wiege moderner Populärmusik.

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Bereits auf dem Vorgänger ging es Giddens und Turrisi um das Erkunden globaler musikalischer Zusammenhänge und auch THEY‘RE CALLING ME HOME legt keinen Wert darauf, eine puristische Oldtime-Veranstaltung zu sein. Das reichlich überstrapazierte „Amazing Graze“ als Summ- und Trommel-Nummer? Auf die Idee muss man erst einmal kommen.

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