The Toten Crackhuren im Kofferraum

LOVE, HATE & ENGELENERGIE

Bakraufarfita/Broken Silence (VÖ: 13.3.)

Feministischer Electro-Punk-Pop mit Ansage: „Halt Dein Maul!“

Manchmal muss frau halt einfach mal Klartext reden: „Halt Dein Maul“ empfehlen The Toten Crackhuren Im Kofferraum allen Mansplainern, Mackern, Incels und sonstigen Idioten – und das ist dann wieder genau die gut verdauliche Dosis Punk, die man von der Berliner Band seit gut zwei Jahrzehnten kennt – ein paar freundlich sägende Gitarren inklusive.

Ansonsten lassen Luise Fuckface und ihre Kolleginnen zwar lieber die Synthesizer flirren und die Rhythmusmaschine gemütlich tuckern, aber der Feminismus bleibt die Brille, durch die die Berlinerinnen auf die Welt blicken und sie interpretieren. Es geht um die Zumutungen der Ästhetik-Industrie („Skincare Routine“), um Angst vor Männern („Meine Wut“), die (auch körperliche) Liebe zu sich selbst („Nackt auf dem Balkon“) oder um die Idee, dass eine Beziehung auf Augenhöhe ein Fetisch ist („Kink“).

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Immer wieder probieren die Crackhuren jene Rollen aus, die Frauen von Patriarchat und Kapitalismus traditionell zugewiesen werden – und stellen fest, dass sie ihnen gar nicht gefallen. Dabei verschränken sich immer wieder die divergierenden Sprecherinnenpositionen mit den sich überlappenden Meta- Ebenen, während die Musik mit eingängigsten Melodien, bunten Lego-Beats und Gute-Laune-Samples eher bildungsfern tut. Ein simpler Trick, den die Band immer weiter verfeinert und so perfektioniert hat – ohne dass allerdings bislang die feministische Revolution ausgebrochen wäre. Das scheinen die Toten Crackhuren selbst erkannt zu haben, und empfehlen zum Abschluss den unheilbaren Mann durch ein Haustier zu ersetzen: „Kein Freund (ein Täubchen will ich)“.