Truck Violence – THE WEATHERVANE IS MY BODY: Hoffnungslos, naiv, ansteckend
Ist das nun Hardcore, Shoegaze oder doch bloß Noise? Mindestens: No Future mit Banjos.
Ihr Debütalbum trug den so einfachen wie wirkungsvollen Namen VIOLENCE – und war unter Hardcore-Fans ein kleiner Achtungserfolg. Die Kollegen von Pitchfork waren Fans, diverse andere Medien ebenso, die Platte immer wieder, auch aktuell, ausverkauft. Aber gut, dann kann man sich jetzt gleich den Doppelpack Truck Violence geben, denn auch THE WEATHERVANE IS MY BODY hat das Potenzial, zu einem Jahresfavoriten aller Fans von Post-Hardcore und experimentellem Metal zu werden.
Das Quartett aus dem Nirgendwo in der kanadischen Provinz Alberta (mittlerweile wohnen sie allerdings im so multikulturellen wie musikalischen Montreal) schafft es, ihren völlig hoffnungslosen Sound mit Texten über den Krampf, der dem modernen Leben im Spätkapitalismus inne wohnt, mit charmanter Naivität aufzuladen.
Die taumelnde Stimme von Frontmann Karsyn Henderson tut ihren Teil dazu, aber auch das aufzuckende Banjo von Bassist Chris Clegg, das ein Gefühl von Flanellhemden, weiter Prärie und selbstzerstörerischer Langeweile einerseits fest in ihrer kanadischen Heimat verortet, aber gleichzeitig auch anschlussfähig für kapitalismusmüde Teenies und Teens-at-Heart weltweit macht.