Yelka – JEANS: Steely Dan trifft Postpunk-Eleganz

Postpunk-Jazz-Pop zwischen Grooviness und Zerfransung, wie er gerade kaum gespielt wird.

Im Wettbewerb „Große Eröffnungen“ belegt dieses Album sofort einen Spitzenplatz. Das Trio Yelka spielt einen wunderbar ausbalancierten Hybrid aus Jazz und Pop, wie er gerade so gar nicht mehr gespielt wird, es ist eine Coverversion von Steely Dans „King Of The World“, eine Sechsminuten-Übung in Eleganz, Grooviness und Zerfransung. Und nachdem der Song im Fadeout verschwunden ist, melden sich die Instrumente noch einmal zurück, beginnen, am Rad zu drehen, und man möchte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob hier überhaupt noch Menschenhand beteiligt war.

Yelka sind Daniel Meteo (Gitarre), Christian Obermaier (Drums) und Yelka Wehmeier (Gesang, Bass, Songwriting), unter den Gästen ist vor allen Dingen Daniel Nentwig (The Whitest Boy Alive) mit seinen One-and-only-Weltraumsonden-Keyboards im ersten Track hervorzuheben. Das Album JEANS bietet perspektivisch weit von einander entfernte Hörerlebnisse, etwa als Sound, der sich eigendynamisch forttreibt, oder als Songwriter-Stück, das zwischen Tom Verlaines Interpretation von Postpunk und Robert Wyatts Jazzerkundungen pendelt.

Der „Zauberberg“ ist ein raumgreifendes Reiseerlebnis, Yelka sind von Chicago über Grevenbroich nach Monschau gekommen, und sie leben immer noch „auf einem Zimmer von hier nach dort“, so äußert sich die Sängerin. Der Anderthalbminüter „Moon For Now“ ist ein Instrumentalschnipsel, in dem Piano und Gitarre nach entrückten Harmonien suchen, „Walking Whispering“ feiert den Stillstand. Ach ja, JEANS ist das dritte Album in Yelkas Amerika-Trilogie, aber es geht auch ohne Background, die Instrumente (oder diejenigen, die sie bedienen) erzählen sich viel im Spiel, sie tanzen umeinander herum, scheren aus, finden zurück, die Sängerin meditiert im Zustand hintergründiger Coolness. Die Kollegin Masha Qrella hatte einen Gedanken, als sie diese Musik hörte: „In der Band würde ich auch gerne mal spielen.“

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