Sizarr

Die Pfälzer tun sich mit PR-Spielchen im Münchner Atomic Café keinen Gefallen.

München, seid ihr feierwütig?“, fragt Sänger Fabian Altstötter, einer Einladung zum Pogo nahe. Aber Tanzen geht nicht so recht auf diesen gediegenen, mit Elektronik und Weltschmerz versehenen Postpunk der Pfälzer. Dieser Band, der sogar die englische Fachpresse eine große Zukunft voraussagte – eine Seltenheit für deutschen Musikexport. Obwohl es dank Internet freilich egal ist, wo ein Musiker aufwächst. Hauptsache, man versteht es, Altbewährtes aus dem Netz zu saugen und zu einem vermeintlich Neuen zu vermengen. Vergleicht man das Münchner Konzert des Trios aber mit seinen früheren Shows – Sizarr gibt es seit drei Jahren -, scheint das Neue, das sie aus dem Alten einmal zu gewinnen glaubten, allmählich in ihrer technisch noch besser aufbereiteten Klangwelt zu verschwinden. Die Unschuld wirkt verloren. Spätestens mit dem Moment, in dem Sizarr ihre Fans für eine Werbekampagne eines gummibärartigen Getränks gewinnen wollen. Die besten Fanfotos von der Tour würden in „Red Bulletin“, der Zeitschrift zur Limo, abgedruckt, sagt Altstötter. Dann weist die Band auf den Tour-Wein hin, den es am Verkaufsstand gibt: Pfälzer Wein mit dem Sizarr-Logo. So witzig zumindest das zweite Angebot sein mag, solcher Geschäftssinn passt nicht zum Image dreier Heranwachsender, die in ihren Songs noch ehrliche Angst und wahre Sehnsucht ausdrücken.

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