Steely Dan

Pretzel Logic (1974)

33 Mit den beiden Vorganger-Alben „Can’t Buy A Thrill“ (1972) und „Countdown To Ecstasy“ (1973) irrten Steely Dan — im Kern immer nur Donald Fagen und Walter Becker — trotz hervorragender Songs stilistisch eher unentschlossen zwischen Westcoast-Rock- und Latino-Einflüssen umher. Auf „Pretzel Logic“ hinterließ Fagens und Beckers Vorliebe für Duke Ellington und Charlie Parker deutlichere Spuren: Die Feingraveure des Edel-Pop wandten sich dem Jazz zu. Eine der Überraschungen dieser Platte war denn auch Duke Ellingtons „East St. Louis Toodle-Oo“: Wie beim Original wurde das lntro zunächst von einer Klarinette gespielt, doch dann übernahm Danny Dias‘ Gitarre den Part — und das Stück entwickelte sich zu einer brillanten und witzigen Louis Armstrong-Kopie. Der Ohrwurm „Rikki Don’t Loose That Number“ wiederum verdankte sein verhalten glühendes Bossanova-Temperament den exzellenten Gitarristen Jeff Baxter und Denny Dias und entwickelte sich zum Top 5-Hit in den USA. Kühl, intelligent, facettenreich und urban — das war Steely Dans Musik auf „Pretzel Logic“. Kein Wunder also, daß der „Rolling Stone“ diese LP 1974 zum „Album des Jahres“ kürte.

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