The Prodigy: Eindeutig mehrdeutig

Mit The Prodigy allein ist Maxim bei weitem nicht ausgelastet.

Schon seltsam: The Prodigy kehren nach langer Abwesenheit mit ALWAYS OUTNUMBERED, NEVER OUTGUNNED zurück – und gleich darauf bringt Rapper Maxim sein zweites Soloalbum heraus. „Vom Timing her ist das nicht besonders gut gelaufen. Aber mein Material entstand, als wir bei Prodigy nicht viel zustandebrachten. Dann bekam Liam plötzlich seinen Adrenalinstoß, und ich wurde zugleich mit meiner Platte fertig. Die kann ich jetzt nicht einfach wegwerfen, es steckt ja Herzblut drin.“ Was man von Maxims erstem Alleingang noch nicht behaupten konnte: HELL’S KITCHEN war ein hastig zusammengebasteltes Verlegenheitsprojekt. Auch Maxim selbst findet, seinem Debüt habe die Richtung gefehlt. Das sei bei FALLEN ANGEL anders: „Mir gefallen trashige Gitarren wie bei den Buzzcocks, aber ich würde nie so viel Gitarre hineinnehmen, daß es richtig nach Rock klingt. Genausowenig soll ein Track mit Beats gleich wie HipHop rüberkommen. Ich wollte eine gesunde Balance.“ Der Einfluß von Vibes aus der Rap- und Dancehall-Szene ist offensichtlich, doch auch Prodigy-Fans kommen auf ihre Kosten, auch textlich. In „Nouveau Riche“ etwa heißt es: „You’re rich, you bitch, you’re twisted toxic, plastic, septic.“ An bestimmten Menschen läßt der Rapper kein gutes Haar. „Wir sind viel herumgekommen und konnten in anständigen Hotels übernachten. Dort begegnet man Leuten, die sich für was besseres halten, weil sie einen Pelz tragen. Was soll der Quatsch? Niemand hat das Recht, sich wegen materiellen Besitzes anderen überlegen zu fühlen.“

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