The Velvet Underground: „Sister Ray“

Das ist harter Stoff- man könnte sagen, der Grundstein für allen Avant-Noise, der in den nächsten 40 Jahren kommen sollte, wäre das nicht schon „European Son“ vom ersten Velvets-Album gewesen. Aber der ist gegen diesen Feedback-Folterkeller ja die reinste Kuschelcouch. Das 17-minütige Noise-Ungeheuer „Sister Ray“ wurde live in einem Take eingespielt und dokumentiert wie keine andere ihrer Studioaufnahmen die dunkle, kompromisslose Seite (neben der betörenden Pop-Sensibilität) der Band und ihres eigensinnigen Kopfes Lou Reed, dessen Gitarre hier in sämtlichen Registern gleichzeitig zu kreischen scheint. Der Toningenieur drückte bei der Session auf „record“ und flüchtete dann aus dem Studio, weil er der potentiellen Nervenzerfetzung, die mit diesem Track einhergeht, nicht gewachsen war. Sind Sie es?

WO? WHITE LIGHT, WHITE HEAT (1968)

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