Tom Waits – Rain Dogs

Als nach knapp 52 Minuten zum letzten Mal sanft die orchestralen Bläser einsetzen und Waits den ersehnten Frieden sofort mit einem heiseren „My head is spinning round“ zur Hölle kreischt, steigt ganz langsam ein erschöpftes Lachen auf, das nicht verstummen will, bis dieser herrliche Albtraum zu seinem Ende kommt. Über 19 Songs reitet uns Waits mit der Peitsche durch ein Album, das in seiner emotionalen Direktheit zeitloser nicht sein könnte. Rhythmisch bis ins Delirium werden hier trunkener Tango und brachialster Blues mit wortgewandter Poesie zu einem Bastard gepaart, der es vermag, uns ganz zärtlich in die romantische Welt von „Time“ zu locken, nur um uns dann mit Andeutungen wie „She said she’d stay till the bandages come off“ zutiefst zu verstören. „Rain Dogs“ ist eine Geisterbahnfahrt und ein morbides Meisterwerk, in dem so viel Leben steckt, dass man eine Garnison von Toten damit erwecken könnte.

Produzent: Tom Waits Beste Tracks: „Time“, „Anywhere I Lay My Head“, „Tango Till They’re Sore“

Ist ja hochinteressant …Beim Song „Big Black Mariah“ gastierte Keith Richards; später engagierte er die von Waits benutzte Bläsercombo The Uptown Horns für die „Steel Wheels“-Tour der Rolling Stones.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.