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„Trainspotting“ und „Tiger Girl“: Der Berlinale-Freitag in 5 Minuten

Nazis und die DDR? Sind selbstverständlich auf der Berlinale vertreten. Da liefert zuverlässig der X-Verleih mit Bruno Ganz und Moritz Bleibtreu, der in „Es war einmal in Deutschland“ einen Juden spielt, der zwielichtig Kohle auftreiben und in die USA auswandern will.

Historische Themen werden selbstverständlich abgearbeitet, vielen deutschen Zuschauer dürfte das mittlerweile aus dem Hals raushängen – unabhängig von der Qualität der Filme. Zum Glück zeigt die Berlinale in diesem Jahr auch die andere Seite der deutschen Branche: unverbrauchte Filmemacher aus dem deutschsprachigen Raum, die das hier und jetzt dramatisch und wild in Szene setzen.

Da die Flut an Drama und Doku auf dem Berliner Filmfestival viel zu groß ist, um sie in Gänze auszuwerten, stellt me.Movies täglich ausgewählte Filme von der Berlinale vor.

Immerhin ist das Berliner Filmfestival ein Publikumsfestival, für das sich jedermann Tickets kaufen kann und sollte. Die folgenden Kurzkritiken helfen Euch bei der Filmfindung in den kommenden Festivaltagen.

Gesehen:

„Tiger Girl“

Jakob Lass ist mit „Love Steaks“ ja schon ein kleiner Geniestreich gelungen. Mit „Tiger Girl“ wird er nun hoffentlich auch außerhalb von Genre-Liebhabern bekannt. Darum geht es: Maggy schafft die Aufnahmeprüfung bei der Polizeischule nicht und startet einen Kurs bei einem Sicherheitsdienst. Sie und der Plot stolpern fortan immer wieder in die junge Tiger, eine relativ asozial redende Schlägerin, die Maggy mit Gewaltausbrüchen und Anarcho-Leben verführt. Zwei Uniformen mit der Aufschrift „Security“ geben den beiden irgendwann die Freiheit, sich in Berlin mal so richtig auszutoben.


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Setting: Berlin. Themen: Drogen, Gewaltausbrüche, Rumlungern und Orientierungslosigkeit. „Tiger Girl“ wird nach der Berlinale in aller Munde sein und der Hauptstadt-Film des Jahres. Auch wenn er eigentlich genauso gut in München oder sonstwo spielen könnte. Sehr fiktiv sind die Verläufe vieler Szenen, genauso wie exzessive Kampfszenen, die Lass manchmal nur wenige Sekunden in voller Härte und mit Western-Sound unterlegt auf das Publikum feuert.



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