„Travolta in dieElbe“-2.Punknacht in Hamburg


Zu einer regelrechten Marathonveranstaltung wurde die zweite Punknacht in der Hamburger Markthalle. Zwölf deutsche Gruppen traten an, streng beargwöhnt von linientreuen Punks, die ihr waches Auge nicht von Hippies oder Posers trüben lassen wollten. Zu den Bands, die in der Mehrzahl mit deutschen Texten arbeiten, gehörten Male, die gerade ihre erste LP auf dem Rock On-Label fertig haben; Materialschlacht aus Wuppertal, die eine Art Industrierock fabrizieren; die Jungs vom ZK aus Düsseldorf mit Hardrock und originellen Persiflagen (Freddie Quinn); Hansaplast aus Hannover mit sehr direkten und politischen Texten; oder der Kriminalitätsförderungsclub, kurz KFC, aus Düsseldort mit der Hymne „Alle woll’n dasselbe, Travolta in die Elbe!“; oder die Hamburger Big Balls, die mittlerweile allerdings mehr auf kernigen Rock’n’Roll abfahren. Sehr zum Ärger der Puristen, nebenbei bemerkt.

Auf geradezu feindseüge Kritik stieß die Hamburger Gruppe Geisterfahrer featuring Hans Punk Keller, den berühmt-berüchtigten New Wave-Kritiker einer Untergrund-Zeitung aus Hamburg-St. Georg. Die Geisterfahrer wechselten sich ständig an den Instrumenten ab und gebärdeten sich für den Geschmack des Pogo-orientierten Publikums zu experimentell, elitär und individualistisch. Nimm’s leicht Hans, wir bleiben Dir treu!

EXPRESS NEWS Ferry’s Herzschmerz auf Shape-Single: In Amerika wurde eine limitierte Auflage von Roxy’s „Dance Away („The Heartakel“ zu Werbezwecken in Herzform vertrieben. Für Bogey ist dieser neumodische Kram natürlich Mumpitz. Zu seiner Zeit trug man ’ne Knarre als Kerl…