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Wir haben da ein paar Wünsche an das Filmjahr 2017

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2016 war wahrlich nicht das beste Jahr für Fans von Kino. Animationsfilme, Remakes und mittelprächtige Superheldengeschichten haben sich wie ein Teppich über die (wenigen) Perlen gelegt, die in Europa und den USA gedreht wurden. Und die dann sträflich übersehen wurden. Dazu nervt die Zuspitzung auf wenige Blockbuster immer mehr, was auch an fragwürdiger Berichterstattung zum Thema Kino liegt – dazu später mehr. Kein Wunder also, dass die Zuschauer lieber auf Netflix und Amazon schalten, anstatt den Gang ins Kino anzutreten.

2017 wird wahrscheinlich ein deutlich besseres Kinojahr. Spannende Projekte wurden angekündigt und sogar einige Fortsetzungen klingen vielversprechend. Siehe „Blade Runner 2049“ und „Alien: Covenant“ von Ridley Scott. Ansonsten hätten wir ja noch einige Vorschläge, wie man das Thema Film und Kino im neuen Jahr besser werden könnte:

1. Schluss mit Trailern für Trailer

Irgendwann in den vergangenen zwei Jahren hat sich dieser Trend eingeschlichen. Kinofans stehen auf Trailer, daran ist auch wenig auszusetzen. Allerdings gibt es nun immer häufiger Clips mit einer länge von 10 Sekunden, die dann auf einen kommenden Trailer hinweisen. Bringt keinem was, außer dem Filmstudio, das sich darauf verlassen kann, dass etliche Websites (me.Movies übrigens nicht) diese Mini-Clips auch noch als „News“ verkaufen. Am besten noch mit Werbung davor. Damit muss Schluss sein, Trailer und ganze Filme werden durch Trailer zu Trailern hassenswert.

2. Tom Ford soll einen James Bond drehen

„Nocturnal Animals“ bereits gesehen? Dann wisst Ihr, dass sich Mode-Guru und Regietalent Tom Ford vor allem mit dem Intro und der Optik in vielen Szenen für die Inszenierung eines „007“-Films beworben hat. Vielleicht werden die Vertragsverhandlungen mit Daniel Craig ja auch 2017 abgeschlossen und ein neuer Bond kann endlich in Produktion gehen.

Amy Adams in „Nocturnal Animals“.
Amy Adams in „Nocturnal Animals“.

3. Netflix soll endlich vernünftige Filme zeigen

Netflix ist ja bekanntlich erste Anlaufstelle, wenn es um spannende Serien geht. Allerdings könnte das Filmangebot in Deutschland eine Auffrischung vertragen. In den USA haben die Nutzer eine deutliche größere Auswahl an Klassikern und aktuellen Filmen. Auch, weil der Streaming-Dienst 2016 einen Exklusiv-Deal mit Disney abgeschlossen hat. Und wenn Netflix endlich eine ordentliche Filmauswahl hat, dann klappt es beim nächsten Mal auch mit der Stiftung Warentest.

4. Filmstart direkt nach Festivalpremieren bitte

Ein Beispiel: Ende Mai gewann „I, Daniel Blake“ die Filmfestspiele von Cannes, wurde in vielen Branchenmagazinen gefeiert. Wer dadurch Lust auf den Film bekam, wurde schwer enttäuscht. Erst im November liegt der Film in den deutschen Kinos an. Bei „Toni Erdmann“ ist der Hype nach fast zwei Monaten zwischen Festival-Getöse und Kinostart ebenfalls abgeflaut. Bei der Berlinale lief es ähnlich: Goldener Bär im Februar, Kinostart im Juli. Liebe Filmverleiher, bringt die großen Festival-Filme bitte möglichst schnell nach den Festivals in die Kinos.

5. Oscarfilme bitte nicht erst nach den Oscars in Deutschland

Und wo wir gerade bei der Terminierung von wichtigen Filmen sind. Viele Oscar-Anwärter kommen immer erst sehr spät in die deutschen Kinos, oft auch erst nach der Oscar-Verleihung im Februar. Dabei laufen die Filme bereits Monate früher in den USA. Die Verleihung macht allerdings als Zuschauer weniger Spaß, wenn man sich davor noch nicht alle wichtigen Filme des Jahres anschauen konnte. Der Gedanke der Verleiher ist klar: Wenn ein Film erst Awards einheimst, gehen später mehr Leute ins Kino. Dumm nur: Bereits Wochen vor den Oscars stehen in der Regel alle nominierten Filme illegal im Netz – Ungeduldige warten dann nicht mehr höflich auf den Kinostart. Ein Beispiel: „Moonlight“, einer der drei Favoriten für viele Awards startet erst am 9. März 2017 in Deutschland, während die halbe Filmwelt seit Monaten über kaum etwas anderes redet als das grandiose Drama.

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