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Vater Womack sang Gospel & Blues und vermachte das Erbe seinen fünf Söhnen Cecil, Curtis, Friendly, Harry und Bohby. Engster Freund des Hauses war übrigens Sam Cooke. dessen Tochter Linda seit 75 mit Cecil verheiratet ist; die beiden sind unter dem Namen Womack & Womack bekannt.

Unverändert pflegt Bobby Womack die Familientradition seit fast 30 Jahren. Im Gegensatz zu Womack & Womack aber bleiben die modernen Sounds der Drum Machine und die billigen Töne des Fairlight-Computers bei ihm außen vor. Er bevorzugt weiterhin die Arbeit mit Musikern der alten Schule; bemerkenswert, daß er nach 19 Jahren wieder auf den Memphis-Produzenten Chips Moman zurückkam, der in den letzten Jahren vorwiegend das Gesicht der Südstaaten-Country-Musik prägte. Versierte Instrumentalisten aus Momans „American Sound Studio“ und Womacks oftmaliger Gitarrist Reggie Young teilen sich die Credits.

Typisch für Womack gleich der Opener „I Wanna Make Luve To You“: ein trottender Rock-Soul-Groove mit sensibler Gitarre hinter Womacks passionierter Stimme; die Gitarren werden von zwei Soul-Veteranen gespielt, die früher exklusiv bei den Firmen Stax und Hi-Records unter Vertrag standen.

Wunderschön auch die Soul-Hymne „When the Weekend Comes“ mit akzentuiertem Southern-Einschlag durch eine wirbelnde akustische Gitarre. Bobby Womack at Ins best. Seine Leidenschaft ist ungebrochen, gerade der Aufschrei in diesem Lied zeigt, wie nahe Frustration und Freude bei ihm zusammenliegen.

WOMAGIC sitzt tief, doch niemals unter der Gürtellinie. Etwas für die Beine hat er noch nie produziert; das wird man auf keinem seiner 2 1 Alben finden. Er singt seine eigenen tragik-komischen Geschichten voll Wehmut und Reife. Für abgestumpfte Disco-Ohren ist seine Musik zu nuanciert, z.B. das getupfte „The Things We Do“ oder „Ain’t Got To Love Nobody Else“, eine Coverversion. 1971 von den Masqueraders aufgenommen.

Solch intakte Soul-Standards sind heute selten. Man sollte sich hei vier ruhigen und fünf Midtempo-Songs mal zurücklegen und vergleichen, welcher Schrott teilweise in den Charts vertreten ist. Eine erschütternde Gegenüberstellung.