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CTM 2013? Eine kleine Einführung in das Berliner Elektronik-Festival

Wie passen die Geschichte der Synthesizer, der kalte Krieg und Norwegens musikalische Avantgarde in eine Maschine? Eine kleine Einführung zur CTM 2013

Die Maschine, die aussieht wie das erste elektronische Klavier der Welt, kann subharmonische Töne erzeugen, die es in der Natur nicht gibt. Ihr Erfinder, Ernst Schreiber, entwickelte das Subharchord in den 60er Jahren in der DDR für den Einsatz in Filmstudios östlich des Eisernen Vorhangs. Heute kann man eigentlich alles daran erläutern: die Geschichte der Synthesizer in der elektronischen Musik, den kalten Krieg und Norwegens musikalische Avantgarde. Das ungefähr wird auch der Rahmen sein, in dem das Subharchord auf dem Festival CTM.13 analysiert wird. Und natürlich wird auf dem Subharchord gespielt werden.

Unter dem Motto „The Golden Age“ startet heute die „CTM.13 – Festival for Adventurous Music and Art“ in Berlin. Das Festival zeigt und untersucht das Zusammenspiel von Musik und Gesellschaft – gerne an Hand von so nischigen und grundsätzlichen Erscheinungen wie dem Subharchord und seinen Untertönen.

Wer grundsätzlich interessiert, aber zwischen den Namen und Slogans der CTM.13 verloren ist, kann mit der ME-Einführung zur CTM.13 erstmal die wichtigsten W-Fragen klären:

Was:

Atoms & Marc Behrens? Klingt abgefahren – aber wer ist das?“ Ruhig Blut, auch wer viel Musik hört und liest, was es zu Musik so zu lesen gibt, muss die Acts dieses Festivals nicht alle kennen. Zwischen dem Eröffnungskonzert von Atoms & Marc Behrens und dem Closing Concert von Sunn O))) steckt viel Experimentelles und tatsächlich Unbekanntes. Deswegen trifft der Untertitel: „Festival for Adventurous Music and Art“ ganz gut. Es ist tatsächlich nicht Jedermanns Sache, wenn Sunn O))) in Mönchskutten auf die Bühne kommen und ihre modifizierten Bassgitarren einfach nur, ja, dröhnen, dröhnen, dröhnen lassen. Aber so ist das bei dem ‚neuen heißen Scheiß’ nun mal.

Wann:

Die CTM.13 findet zwischen dem 28.01. und dem 03.02.2013 statt. Die Konzerte, Sets und Performances beginnen zwischen 20.00 und 24.00 und laufen so lange sie eben laufen: Wer Freitag im Berghain und Samstag im Stattbad alles sehen will, kann auf dem Nachhauseweg gleich Brötchen und Zeitung mitbringen.

Wer: Die Künstler sind so vielfältig, wie ihre Musik abenteuerlich ist. Das ganze Programm gibt es hier. Auf der musikalischen To-Do Liste der Redaktion stehen:

Pantha du Prince & The Bell Laboratory - Man kann sich bereits auf Glocken, Melodien und Bässe freuen. Mittwoch, 20:00 Uhr, HAU1)

Holly Herndon - hat Komposition studiert, liebt Techno und verarbeitet ihren eigenen Atem zu elektronischer Musik. Donnerstag ab 20:00, Berghain.

Andy Stott und Shackelton - Andy Stott hat mit seinem dunklen, basslastigen Album „Luxury Problems“ eine der wichtigsten Platten des Jahres gemacht. Freitag ab 23:00, Berghain

Tagsüber kann man im Kunstraum Bethanien die CTM-Ausstellung „In that weird age“ besuchen und am Diskurs-Programm oder Workshops teilnehmen.

Im Programm:

Jeden Tag zwischen 12 und 20 Uhr findet im Kunstquartier Bethanien „MusicMakers Hacklab“ statt, ein Workshop bei dem Teilnehmer sich mit neuen Techniken auseinander setzten können, Musik zu machen. Im Diskursprogramm stößt man auf viele Namen aus der elektronischen Szene: Robert Henke z.B., der unter dem Namen Monolake als Produzent bekannt ist. Auf der to-do Liste der Redaktion stehen:

Max Dax, der Chefredakteur des Magazins „Electronic Beats“, spricht am Dienstag um 14.00 mit dem Produzenten Uwe Schmitt über die Rolle des Archivs für die Musik.

Am Donnerstag reden Kenneth Goldsmith, Professor für „Uncreative Writing“, und Ellen Blumenstein, die Kuratorin des KW Institute for Contemporary Art darüber, wie das Internet die User durch das Teilen von Inhalten zu Kuratoren ihrer eigenen digitalen Ausstellung werden lässt.

Freitag diskutiert der Producer und Autor Steve Goodman (Hyperdub/ Sonic Warfare) mit anderen  Musik-Autoren über den „Death of Rave“, das Ende des Raves.

Wie: Um sich die persönlichen Rosinen des Festivals herauszusuchen, empfiehlt sich eine Kombination aus Neugier, YouTube-Videos und Wikipedia Einträgen, die es zu fast jeden Act gibt.

Wieviel: Die Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen kosten zwischen 5 und 25 Euro und können über die Website gekauft werden. Wer mehrere Veranstaltungen besuchen will, kann auch über einen Festivalpass (90-140 €) nachdenken.

Wo: Das Diskursprogramm der CTM.13 findet meist im Kunstquartier Bethanien statt. Musik und Performances sind in den unterschiedlichen Clubs Berlins untergebracht.



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Kommentare (1)
Bermuda

Ich dachte, dass Bermuda Festival mehr berühmte als CTM.13 war.
www.clubbingunlimited.com

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