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Thees Uhlmann 3.5 Stars
Thees Uhlmann

Es ist immer noch Indie-Rock. Neben, aber nicht weit entfernt von Tomte. Eine Platte wie ein Auszug aus einem imaginären Tagebuch.

Thees Uhlamann - Thees Uhlmann Foto: Grand Hotel van Cleef/Indigo Thees Uhlamann - Thees Uhlmann Ob wohl ein Tomte-Sticker aufs Albumcover geklebt wird? Thees Uhlmann bewirbt diese neue „Sendung“ mit seinem Namen, sie unterscheidet sich in einem Punkt klar von allen Tomte-Produktionen: die Songs wurden am Piano und nicht an der Gitarre komponiert. Thees Uhlmann ist ein anderer Ausschnitt aus dem Universum des Tomte-Sängers, ein Blick ins Herze­land des Indie-Rock-Lieblings. Man muss nicht gleich den klassischen Storyteller in den elf neuen Uhlmann-Songs entdecken, aber diese klingen allemal so, als wären sie frisch aus den Erinnerungen des Liedautoren geschält. Am Anfang ein hastig plinkerndes Piano, Einsatz Uhlmann: „Ich kam auf die Welt in einem Kadett, ein Poster von Littbarski über meinem Bett.“ So geht es über die Strecke von 45 Minuten weiter, Uhlmann verabreicht diese Platte wie einen Auszug aus einem imaginären Tagebuch tief aus dem Bauch von Niedersachsen, „zwischen Torf und Grog, zwischen Eigenheim und Minirock, zwischen Schweinedisco und mit dem Fahrrad-über-Dörfer-Fahren“.

Es gibt Momente, in denen die Melodien am Piano die Regie übernehmen und der begabte Nöler Thees Uhlmann sich der neuen Leichtigkeit unterwirft („Römer am Ende Roms“), dann aber wieder spielt die Band, als wollte sie die Tomte-Fans auf gar keinen Fall verprellen. Die dürfen die Gewissheit mitnehmen, dass es ein Leben neben, aber nicht weit entfernt von Tomte gibt, das Thees Uhlmann gleich in einen weiteren memorierbaren Satz verwandelt: „Das Leben ist hart, aber das nehme ich in Kauf, zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf.“

Key Tracks: „Römer am Ende Roms“, „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“

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