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Thees Uhlmann
Thees Uhlmann
Es ist immer noch Indie-Rock. Neben, aber nicht weit entfernt von Tomte. Eine Platte wie ein Auszug aus einem imaginären Tagebuch.
Foto:
Grand Hotel van Cleef/Indigo
Thees Uhlamann - Thees Uhlmann
Ob wohl ein Tomte-Sticker aufs Albumcover geklebt wird? Thees
Uhlmann bewirbt diese neue „Sendung“ mit seinem Namen, sie
unterscheidet sich in einem Punkt klar von allen
Tomte-Produktionen: die Songs wurden am Piano und nicht an der
Gitarre komponiert. Thees Uhlmann ist ein anderer Ausschnitt aus
dem Universum des Tomte-Sängers, ein Blick ins Herzeland des
Indie-Rock-Lieblings. Man muss nicht gleich den klassischen
Storyteller in den elf neuen Uhlmann-Songs entdecken, aber diese
klingen allemal so, als wären sie frisch aus den Erinnerungen des
Liedautoren geschält. Am Anfang ein hastig plinkerndes Piano,
Einsatz Uhlmann: „Ich kam auf die Welt in einem Kadett, ein Poster
von Littbarski über meinem Bett.“ So geht es über die Strecke von
45 Minuten weiter, Uhlmann verabreicht diese Platte wie einen
Auszug aus einem imaginären Tagebuch tief aus dem Bauch von
Niedersachsen, „zwischen Torf und Grog, zwischen Eigenheim und
Minirock, zwischen Schweinedisco und mit dem
Fahrrad-über-Dörfer-Fahren“.
Es gibt Momente, in denen die Melodien
am Piano die Regie übernehmen und der begabte Nöler Thees Uhlmann
sich der neuen Leichtigkeit unterwirft („Römer am Ende Roms“), dann
aber wieder spielt die Band, als wollte sie die Tomte-Fans auf gar
keinen Fall verprellen. Die dürfen die Gewissheit mitnehmen, dass
es ein Leben neben, aber nicht weit entfernt von Tomte gibt, das
Thees Uhlmann gleich in einen weiteren memorierbaren Satz
verwandelt: „Das Leben ist hart, aber das nehme ich in Kauf, zum
Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf.“
Key Tracks: „Römer am Ende Roms“, „Zum Laichen und
Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“