von Felix Bayer
Bücher
Thomas Meinecke
Lookalikes
Mit der Methode Meinecke auf den Spuren Hubert Fichtes
Foto:
Suhrkamp
Thomas Meinecke - Lookalikes
Spätestens seit dem Roman „Tomboy“ (1998) hat Thomas Meinecke seine Methode etabliert: Die Figuren vermitteln das Wissen des Autors. Zumindest decken sich ihre Interessen mit denen Thomas Meineckes. So ist viel aus den Gender-Studies oder Post-Colonial-Studies zu lesen, aber immer die knalligsten Stellen, die auch für Uneingeweihte anregenden. In „Lookalikes“ hat Meinecke seine Figuren noch einmal um einen Dreh cleverer angelegt: Sie sind Doppelgänger von Stars wie Josephine Baker, Britney Spears oder Serge Gainsbourg – und posten sich auf Facebook tollen Theorieklatsch. Dann ist da noch der, von dem es auf Seite 95 plötzlich heißt: „Thomas Meinecke ist jetzt eine Romanfigur.“ Er ist unterwegs in Salvador de Bahia, auf den Spuren des Candomblé, einer afro-brasilianischen Religion. Diese Reportage-Elemente sind beeindruckend – aber ausdrücklich auch eine Art Doppelgängerei: Sie folgen den Recherchen des Schriftstellers Hubert Fichte in den Siebzigern. Eine Werbung dafür, dass Wissenwollen Spaß macht.
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