Life In A Day

Ein Tag als abendfüllendes YouTube-Spektakel

Die Idee war grandios: Der Kamera und Computer besitzende Teil der Weltbevölkerung war aufgerufen, die persönlichen Erlebnisse eines bestimmten Tages festzuhalten, Regisseur Kevin Macdonald bastelte dann aus über 80 000 Uploads und 4 500 Stunden Rohmaterial aus 192 Ländern einen 90-minütigen Film. Das Ergebnis ist absolut sehenswert, und auch ohne gleich in seifiges One-World-Getue abzugleiten, lässt sich eines feststellen: Wir sind uns ähnlicher, als wir denken, wobei es keine große Rolle spielt, ob wir zum Frühstück Marmeladentoast oder ein frisch gefangenes Gürteltier servieren – wir waren eben gerade Pipi und haben jetzt Hunger. Romantisches hat Mac­donald kompiliert, Tragisches, Lustiges, Schockierendes, auch erfrischend Belangloses, wobei die amerikanischen Beiträge offenbar dann doch bevorzugt behandelt wurden. Was bleibt, ist ein Kaleidoskop der Gegenwart, Scheitern inklusive: Da will ein Mann die Geburt seines Kindes filmen, fällt angesichts des Kaiserschnitts dann aber doch lieber in Ohnmacht.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.