10 großartige Filme, die es von der berühmten Black-List auf die Leinwand geschafft haben

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Als der Produzent Franklin Leonard 2005 auf der Suche nach neuen Drehbüchern war, schickte er Hollywood-Kollegen eine Rundmail, in der er darum bat, ihm doch eine Liste an unverfilmten Drehbüchern zu schicken, und zwar jene, die sie gerne in den Kinos sehen wollen würden. Aus dieser ersten 90 Filme umfassenden Liste ging die sogenannte Black-List hervor, die seitdem jedes Jahr neu zusammengestellt wird.

„Juno“ mit Ellen Page und Michael Cera fand sich auf der ersten Black-List wieder. Bei den Acadamy Awards 2008 gewann Diablo Cody den Oscar für das beste Originaldrehbuch.
„Juno“ mit Ellen Page und Michael Cera fand sich auf der ersten Black-List wieder. Diablo Cody bekam dafür 2008 den Oscar für das beste Originaldrehbuch.

Auf ihr finden sich Drehbücher wieder, die mithilfe eines 10-Punkte-Systems von Produzenten und Regisseuren zu den beliebtesten gerankt werden. Die einzige Bedingung: Das jeweilige Drehbuch muss in dem jeweiligen Jahr entstanden sein. Insgesamt kamen von 2005 bis 2015 fast 1000 Filmskripte zusammen, von denen über 300 verfilmt wurden.

Die Black-List ist in Hollywood mittlerweile eine Institution. Warum? Auffällig oft sind aus den gelisteten Drehbüchern außerordentlich erfolgreiche Filme geworden. Insgesamt haben diese 241 Oscar-Nominierungen und 205 Golden-Globe-Nominierungen erhalten. Gewonnen haben sie 48 Oscars und 40 Golden Globe Awards. Außerdem haben die Filme insgesamt über 25 Milliarden Dollar eingespielt.

Wir haben aus den 300 Verfilmungen unsere 10 Lieblinge ausgewählt:

Chronicle – Wozu bist du fähig? (Josh Trank)

Andrew, Steve und Richard finden einen Kristall, der sie mit telekinetischen Fähigkeiten ausstattet. Der im Found-Footage-Stil gehaltene Film stellt die Frage: Was würde man mit solchen (Super-)Kräften tatsächlich tun? Und zwar in einem realistischen Setting, ohne einem Comic-Stil zu verfallen.

Drei Jugendliche müssen lernen, was es bedeutet, wenn man telekinetische Kräfte hat.
In „Chronicle“ müssen drei Jugendliche lernen, was telekinetische Kräfte mit sich bringen.

 Inglourious Basterds (Quentin Tarantino)

Eine Spezialeinheit um Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt) wird hinter der feindlichen Linie abgesetzt, um so viele Nazis wie möglich zu töten. Gekonnt witzig und brutal beweist Tarantino hier den Sieg der westlichen Unterhaltung gegenüber totalitärer Ideologie. Im sichtbarsten dann, wenn die Basterds in 30er-Jahre-Gangsterfilm-Manier ein mit Nazis gefülltes Kino wegballern. Christoph Waltz bekam für seine Darstellung des Hans Landa seinen ersten Oscar für die beste Nebenrolle.

American Hustle (David O. Russell)

Christian Bale spielt einen Trickbetrüger, der sich für einen Strafnachlass widerwillig dazu entscheidet, mit einem von Bradley Cooper dargestellten FBI-Agenten zusammenzuarbeiten. David O. Russell fährt hier ein Star-Aufgebot auf (Jennifer Lawrence, Amy Adams, Jeremy Renner), dass diesem Film mit Wortwitz und Situationskomik 10 Oscar-Nominierungen einbrachte.

Brügge sehen… und sterben? (Martin McDonagh)

Colin Farrell und Brendan Gleeson spielen zwei Killer, die in Brügge auf neue Aufträge warten. Ray (Farrell) verliert im langweiligen Brügge zunehmend die Nerven, während Ken (Gleeson) in der altehrwürdigen Stadt einfach mal entspannt. Regisseur McDonagh hat mit diesem Film ein sarkastisches, schwarzhumoriges Meisterwerk geschaffen.

Colin Farrell verliert in Brügge die Nerven, während Brendan Gleeson einfach nur entspannt.

The Revenant – Der Rückkehrer (Alejandro G. Iñárritu)

Der schwerverletzte Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) wird von John Fitzgerald (Tom Hardy) zum Sterben in der Wildnis Nordamerikas zurückgelassen, nachdem Fitzgerald vorher Glass‘ Sohn tötete. Getrieben von Rache kämpft sich Hugh zurück in die Zivilisation, und Leo zu seinem ersten Oscar.

Little Miss Sunshine (Jonathan Dayton, Valerie Faris)

Weil die kleine Olive (Abigail Breslin) sich in Kopf gesetzt hat, einen Kinder-Schönheitswettbewerb zu gewinnen, geht die gesamte Familie kurzerhand auf einen Roadtrip. Die Regisseure packen die ganzen Höhen und Tiefen eines Familienlebens in einen VW-Bully, was zu skurrilen Geschichten führt. Alan Arkin, der den heroinabhängigen Großvater spielte, bekam den Oscar für die beste Nebenrolle. Außerdem erhielt Michael Arndt den Oscar für das beste Original-Drehbuch. Kaum zu glauben, dass dieses zuvor unnötig lange in der Schublade eines Produzenten lag.

There Will Be Blood (Paul Thomas Anderson)

Paul Dano und Daniel Day-Lewis in „There Will Be Blood“.

Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis, der für die Rolle den Oscar für die beste Hauptrolle bekam) arbeitet sich skrupellos zum Ölunternehmer hoch und führt gleichzeitig eine jahrelange Auseinandersetzung mit einem Prediger, dargestellt von Paul Dano. Paul Thomas Anderson bestreitet es zwar, aber gewissermaßen beschreibt der Regisseur hier den inneren Konflikt der USA, den Zwist zwischen Religion und Kapitalismus, der das Land zu dem gemacht hat, was es heute ist.

The Fighter (David O. Russell)

Der Film erzählt die Geschichte des ehemaligen Boxweltmeisters Micky Ward (Mark Wahlberg), der von seinem drogenabhängigen Halbbruder Dicky Eklund (Christian Bale) trainiert wird. „The Fighter“ ist nicht nur einer der besten Boxer-Filme überhaupt, sondern auch Drogen- und Familiendrama. Bale bekam für sein Schauspiel den Oscar für die beste Nebenrolle.

The Road (John Hillcoat)

Ein Vater (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) schleichen durch ein zerstörtes, postapokalyptisches Amerika, auf der Suche nach einem ominösen Ort der Sicherheit. Denn die Regeln der Zivilisation sind aufgehoben. Die beiden bewegen sich durch einen Alptraum – Menschen essen Menschen. Doch der Vater lehrt dem Sohn Glauben, Liebe und Hoffnung. Muss man gesehen haben!

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