12 The Jimi Hendrix Experience – Drivin‘ South

„Hey Joe“ war der größere Hit, „Voodoo Chile“ hatte Tiefgang und „3rd Stone From The Sun“ beamte die Rockmusik ins Weltraumzeitalter. Wenn es jedoch um den Gitarristen Hendrix geht, und nicht um den Songwriter, Experimentator und Neuerer, dann bringt „Drivin‘ South“ ziemlich viel auf den Punkt. Keine Overdubs, keine Tricks. Curtis Knight hatte _ den Song geschrieben – ein schlichtes R&B-Instrumental, das Hendrix am 6. Oktober 1967 für die BBC einspielte. Es beginnt harmlos: Hendrix schüttelt auf dem Rollfeld ein paar hübsche Licks aus dem Ärmel, gibt dann ordentlich Schub und hebt ab. Kunstvoll, wie er das schon verklingende Feedback noch einmal zurückholt, überirdisch, wie er vom Blues ausgehend in jazzige Sphären entschwindet, raffiniert, wie er mit Schlagzeuger Mitch Mitchell interagiert. „Drivin‘ South“ rockt, obwohl spontaner Wahnsinn und die lässige Eleganz, mit der sich Hendrix dem improvisierten Spielnuss hingibt, eher an kompetente Jazzsolisten erinnern.

Wo? RADIO ONE (1989)

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