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5 Songs aus einer Zeit, als die Toten Hosen noch coole Arschlöcher waren

Campino (54), Sänger der Punkband die Toten Hosen hat gestern, als er den Preis des Verbandes der Musikindustrie entgegennahm, fäkale Worte für Jan Böhmermann gefunden. Ihm sei es lieber, uncool zu sein als ein „cooles Arschloch, das nicht in der Lage ist, sich konstruktiv einzubringen“, kurz zuvor sprach er von „Böhmermannschem Zeitgeistgeplapper“. Jan Böhmermann hatte zuvor einen Song von Gelsenkirchner Schimpansen schreiben lassen, in der Hoffnung, damit für die Echo-Verleihung 2018 nominiert zu werden.

Campinos Aussage ist natürlich objektiv falsch, denn er, der vor einigen Jahren große Erfolge mit dem Wies’n-Hit „Tage Wie Diese“ feierte, war nicht immer uncool. Bis zur Jahrtausendwende produzierten die Hosen wirklich sehr schöne, destruktive Arschlochmusik, sie haben sich sogar einmal mit EMI einem der wichtigsten Vertreter der Musikindustrie angelegt. Um die coolen alten Zeiten der Toten Hosen zu würdigen, hier fünf wichtige, destruktive Werke der Punkband aus Düsseldorf.

Bayern

In diesem Song spricht sich die Band um Campino dafür aus, sich dem wahrscheinlich produktivsten, besten Verein der Welt zu verweigern. Der FC Bayern München hat es geschafft, in die internationale Spitze des Vereinsfußballs vorzustoßen, ohne seine Seele an Oligarchen zu verkaufen oder sich wie beispielsweise Real Madrid maßlos zu überschulden. Mit diesem Song leisteten die Toten Hosen keinerlei Beitrag zum deutschen Fußball, im Gegenteil haben sie sich dem damaligen Zeitgeistgeplapper angeschlossen, das unreflektiert alle Leistungen des FC Bayern München schlechtredete. „Bayern“ von den Toten Hosen ist also ein nihilistisches Meisterwerk.

Schön sein

https://www.youtube.com/watch?v=W5-iisG52Vg

Dieser Song, ebenfalls aus dem Album UNSTERBLICH ist eine wunderbar überhebliche, phänomenologische Untersuchung von kleingeistigen, kleinbürgerlichen, gottesfürchtenden Spießbügern. Kann halt nicht jeder so cool sein wie die Hosen.

Lesbische, schwarze Behinderte

Der Song (im Original von Fanny van Dannen) handelt davon, dass nicht nur weiße Männer die Schuld an allem tragen. Nein, auch lesbische, schwarze Behinderte sind manchmal echt gemein zu ihren wohlgeratenen Mitmenschen. Die Toten Hosen setzten mit diesem Song kein Zeichen gegen Rassismus und patriachale Strukturen. Die Toten Hosen schimpfen einfach einen ganzen Song lang auf eine dunkelhäutige Frau im Rollstuhl, die im Baumarkt mit einem zu großen Geldschein gezahlt hat.

Gesicht 2000

Wenn jemand Campino einmal fragt: „Was hast du eigentlich in der Modebranche geleistet?“ Der Düsseldorfer Sänger wird nicht ganz ohne stolz antworten können: „Nichts, denn diese oberflächliche, glattegebügelte Welt, die nichts mit der Realität zu tun hat, geht mir derart auf die Eier aus Stahl, dass ich sogar einen Song dagegen geschrieben habe. Die Modeszene macht Menschen kaputt, nur um Produkte besser vermarkten zu können.“ Viel cooler geht’s eigentlich nicht.

Willi muss ins Heim

Unser letztes Beispiel ist ein Song, der von Willi handelt. Willi ist ein Kind, jedoch verhält er sich nicht wie die anderen Kinder. Willi erzählt davon, dass er von seinen Eltern weniger Anerkennung bekommt als seine Schwester. Um sich an ihr zu rächen, zieht Willi an ihren Haaren, pinkelt in ihre Limo und tötet ihren Hamster. Wer hat noch einmal behauptet, Campino sei uncool und konstruktiv?

 

 

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