Deutsche im Ausland beliebt!

NEW YORK – Haben deutsche Musikexporte im Ausland Erfolg, interessiert sich die Heimat in der Regel brennend dafür. Sei es, weil sie den Act selbst überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt hat (s. Can, Neu! und z.T. auch Kraftwerk), oder weil sie sich mit ihren Lieblingen freut (s. Nena oder Rammstein). Bei den aktuellen germanischen Kreuzrittern von Tokio Hotel überwiegt dagegen Irritation: Diese „Bubblegum-Neo-Glam-Goth-Emo-Boyband“ (US Rolling Stone) mit ihrem berechnend feminin agierenden Sänger im Manga-Look soll Big in USA sein? Die zeichnet ihr bei den MTV Video Music Awards als beste Newcomer aus? Shut up! You gotta be kidding us! Und Roger Cicero, dem man zumindest eine gewisse musikalische Substanz nachsagen kann, schafft es nicht mal, Europa zu erobern. Aberwer mit seinem Album in den Billboard-Rock-Charts direkt auf Platz 5 einsteigt und wessen minderjährige amerikanische Fans extra Deutsch büffeln, um die Original-Texte zu verstehen, der muss irgendetwas richtig gemacht haben. Die Heimat kann sich trotzdem nicht zusammenreimen, was.

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