The Low Anthem

Ben Knox Miller ist ein nachdenklicher Typ. Einer, der für seine nihilistischen Texte Darwins Theorie der natürlichen Auslese auf Wissen, Werte und gesellschaftliche Normen überträgt, weil „unsere Moral ein Produkt des gleichen Überlebenskampfes ist und nur die stärksten Ideen überleben“.

Das Trio aus Providence, Neuengland, akzeptiert konsequent nur das Erbe von den Großen und Stärksten der Vergangenheit: „Bob Dylan, Neil Young, Gustav Mahler. Der nächste heiße Scheiß interessiert uns eigentlich nicht.“ Da verwundert nicht, dass auch ihr Sound zeitlos und leidenschaftlich traditionsreich ist: Sehnsuchtsgetränkte Bahnhofsatmosphäre (inkl. Audio eines tutend einfahrenden Zuges), Aufbruchstimmung und die Weite der amerikanischen Landschaft (feat. Vogelzwitschern) klingen tatsächlich mit, wenn Miller aus seinem erstaunlichen Stimmen-Spektrum schöpft. Er wispert, erzählt, grölt und heult, während er und seine Bandkollegen Jocie Adams und Jeff Prystowsky sich einer ebenso breiten Instrumenten-Palette (es sollen 27 gewesen sein) bedienen. Die BBC bezeichnet sie als „Fleet Foxes von 2009“ nicht unbedingt ein schlechtes Omen.

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