Kraftwerk: Autobahn

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Mit RALF & FLORIAN hatten die nun im Wesentlichen auf Ralf Hütter und Florian Schneider reduzierten Kraftwerk 1973 das originale Bandkonstrukt und dessen Jazzrock-Attitüden hinter sich gelassen und sich der Erforschung des Ozeans elektronischer Geräusche zugewandt. AUTOBAHN war der neuen Ausrichtung verpflichtet und (mit dem neu verpflichteten Rhythmiker Wolfgang Flür) dennoch ein großer Sprung nach vorn, ins Ungewisse, ins Neue, ins nie Gehörte: Über eine Plattenseite erstreckte sich der maiestätische Titelsong, in dem sich neue Klangwelten auftaten, ungeachtet konventioneller Strukturen und rhythmischer Korsette, und war – in der Kurzfassung – doch so Pop, dass Kraftwerk damit einen Top-30-Hit in den US-Charts landen konnten. Weil Kraftwerk unverkennbar deutsch und doch auch entrückt von derlei Klassifizierungen waren: eine Gruppe, die den Blues und Gospel nicht mehr kennen wollte, sondern Musik als Exkursion betrachtete, in diesem Fall vorbei an weiten Täler und den Glitzerstrahlen der Sonne auf den Pop-Olymp.

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