Waka Waka – jetzt mal für Afrika

Dass es kein Brite oder Niederländer war, der den WM-Song mit der ziemlich gönnerhaften Unterzeile "This Time For Africa" sang, darauf wurde zumindest geachtet.

11. Juni

Dass es kein Brite oder Niederländer war, der den WM-Song mit der ziemlich gönnerhaften Unterzeile „This Time For Africa“ sang, darauf wurde zumindest geachtet. Denn das Zugeständnis (der FIFA? der G8? der NATO?) hätte aus dem Mund eines Popstars aus einem ehemaligen Kolonialstaat tatsächlich noch fragwürdiger geklungen. Warum es dem auf dem Bahamas residierenden kolumbianischen Hitparaden-Stammgast Shakira zugespielt wurde, mit „Waka Waka“ den offiziellen Song zur Fußball-WM 2010 vorzutragen und damit einen veritablen Welthit zu landen, liegt auf der Hand: Shakira ist mindestens so exotisch wie sie sympathisch ist, die kann barfuß und Bauchtanz, das passt doch irgendwie zu Afrika. Nein? Oder wie die Süddeutsche schrieb: „Sinnfreiheit, Disco-Gejodel und Ethno-Gestampfe: Shakiras ‚Waka Waka‘ erfüllt alle Mindestanforderungen an einen WM-Song. Aber was soll das mit Afrika zu tun haben?“ Wollen wir hier auch noch in das grundsätzliche Missverständnis einsteigen, das zwischen Fußball und Popmusik ganz offensichtlich herrscht? Oder über den kriegerischen Parolentext von „Waka Waka“ diskutieren? Bitte nicht. ogö

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