Kakkmaddafakka

Hinter dem provokanten Namen verbirgt sich Wohlfühl-Pop aus Norwegen. Von Erlend Øyes Gnaden.

Ausgerechnet aus dem hohen Norden kommt mit Hest ein Album, das schon jetzt Sommerlaune stiftet. Kakkmaddafakka heißen die fünf Jungs hinter der Happy-Offensive. Und auch wenn ihr Name es anders vermuten lässt: Sie sind keine Hip-Hop-Comedians.

Kakkmaddafakka machen fluffigen Ska-Funk-Pop. Die Leichtfüßigkeit von Vampire Weekend verbinden sie mit einem Groove à la The Whitest Boy Alive. Deren Chef Erlend Øye ist Produzent und Förderer der jungen Combo. Besonders live sind Kakkmaddafakka ein Spektakel. Acht bis zwölf Leute stehen dann auf der Bühne. Ihre energetische Show mit Chor- und Tanzeinlagen hat dafür gesorgt, dass es die Band trotz des nur mäßig interessanten Debüts Down To Earth auf große Bühnen schaffte, vom Montreux Jazz Festival bis zum Melt!. „Es gibt viel gute Musik, die live langweilig ist“, so Axel Vindenes, Kakk-Gitarrist und -Sänger und entschiedener Shoegaze-Gegner: „Musiker, die auf ihr Gitarrenpedal starren: wie öde. Wir gehen es anders an. Und wenn wir Spaß haben, hat auch das Publikum Spaß.“ Mit ihrem zweiten Album haben sie diesen Spaß erfolgreich konserviert.

Albumkritik ME 3/11

* Die Band kommuniziert unter Freunden mittels einer elaborierten Geheimsprache, um sich ungeniert austauschen zu können. Kakkmaddafakka etwa heißt „Party Animal“, und der Albumtitel Hest bedeutet „Party“. Das Wort „Drø Sø“, titelgebend für einen Song, umschreibt den Zustand am Morgen danach.

* In ihrer norwegischen Heimatstadt Bergen schließen Clubs um drei Uhr morgens.

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