Boy George :: Tense Nervous Headache

Es wäre ein Leichtes, dem vom Schicksal und der eigenen Dummheit arg gebeutelten Boy George anläßlich dieser LP den Gnadenschuß zu verpassen. Unbestritten bleibt der hohe Standard, den George als Kopf des Culture Club 1982 mit klassischen Popsongs wie „Do You Really Want To Hurt Me“ oder „III Tumble 4 You“ vorlegte. Dieses Niveau hat er nie halten oder gar steigern können, schon gar nicht auf eigene Faust. TENSE NERVOUS HEADACHE sollte man deshalb fairerweise als Versuch werten, eine neue Identität zu finden. Die Experimentierfreudigkeit auf der Suche nach dem neuen Weg bleibt jedoch in Details stecken. Mag sein, daß das im Ansatz

alles musikalisch ambitionierter sein sollte, aber do fehlt einfach die Souveränität, die Ideen konsequent zu transportieren. George flüchtet sich ins Zitter-Timbre und in Stimmverfremdungen, läßt die Band grooven, setzt sich selbst aber der Gefahr aus, in blutleeren Schmuse-Soul-Pop abzudriften. Mehr Mut kann bestimmt nicht schaden! (CD und MC simultan mit LP, je drei Bonus-Tracks)

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.