Izzy Stradlin – 117°

Mein Güte, wie die Zeit vergeht. Fünfeinhalb Jahre ist es her, daß Izzy Stradlin sein erstes Soloalbum IZZY STRADLIN AND THE JU JU HOUNDS zusammenschusterte. Damals war er schon nicht mehr bei Guns N‘ Roses, wo er die Rhythmusgitarre schwang. Für die Jüngeren unter unseren Lesern: Guns N’Roses waren so um 1990 eine ziemlich große Nummer. Schaut mal im Plattenregal eures älteren Bruder nach. Da steht 100%ig APPETITE FOR DESTRUCTION drin. Zurück zu Izzy. Die letzten Jahre tat er das, was ehemalige Rockstars eben so tun. Er ließ den lieben Gott einen guten Mann sein und zupfte hie und da ein bißchen auf seiner Akkustik-Klampfe. Genauso klingt denn auch sein neues Album. Entspannt und im besten Sinne anspruchslos. Der Mann weiß, daß er Myriaden von Platten verkauft hat. Er muß sich nichts mehr beweisen. Da läßt s sich locker aufspielen. Und wenn man z. B. mal Spaß an einer schlampigen Version von „Memphis Tennessee“ (Chuck Berry) hat, dann nimmt man sie halt auf. Genauso wie eine Handvoll lässiger SouthernRockCountryRotz-Nummern. Die haben 1998 – folgt man den strengen Gesetzen der Trendpolizei – eigentlich gar keine Berechtigung mehr. Aber genau dieser Umstand macht das Album so sympathisch.

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