Modest Mouse – The Lonesome Crowded West

Modest Mouse sind jung, fleißig und nicht untalentiert. Seit ihrem Teenager-Start 1996 sind sie nonstop im Studio oder auf Reise, haben viele der Landstraßen und Orte, von denen sie gerne singen, selbst gesehen und sollten folglich wissen, wie es in der Welt zugeht. Waru m sie trotzdem ein so antiquiertes Indie-Rock-Album wie THE LONESOME CROWDED WEST eingespielt haben, bleibt ihr Geheimnis. Als ob Fugazi, BuiltTo Spill und Pavement vor Jahren eine wenig harmonische Zweckehe eingegangen wären, stochert sich das Trio aus dem Nordwesten der USA durch ein dichtes Gestrüpp aus 15 Songs und findet einfach keinen Ausgang um sich freizuspielen. Bei „Lounge (Closing Time)“ oder „Truckers Atlas“ scheint Land in Sicht, denn die Band durchbricht ihr stoisches Trio-Genudel (Gitarre/Bass/Drums) für einen kurzen funky Beat, aber die Freude währt nur kurz und absichtlich verstimmte Gitarren übernehmen mit dem Rest der wenig flexiblen Rhythmusgruppe wieder das schleppende Kommando. Da kann auch der sonst sehr gern gesehene Calvin Johnson (ex-Beat Happening, Dub Narcotic Sound System) am Mischpult nicht mehr viel retten. In dieser Platte steckt der Wurm drin und das ist ärgerlich, denn Modest Mouse verkaufen sich hier selbst unter Wert.

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