Fehlfarben

Helden von früher mit alter Relevanz.

Beim vom Blatt abgelesenen Opener „Das Leben zum Buch“ und den zwei, drei Songs danach sieht die Sache doch eher bedenklich aus. Staksig und ungelenk wirkt Peter Hein, so, als habe er einfach nur Urlaub genommen und die Kumpels von früher – einzig neu im Bandkontext ist Saskia von Klitzing am Schlagzeug – gefragt, ob sie nicht auch zufällig Lust auf’ne Runde Tourleben haben. Aber mit „Grauschleier“ vom „Monarchie und Alltag“-Album singt sich Peter Hein frei. Nenn es kontrollierten Dilettantismus, sag ruhig Mittelstandspunk, aber hüte dich davor, das Ganze als museale Nostalgie-Veranstaltung abzutun. Fehlfarben spielen alte Lieder und neue Songs, denen eins gemein ist: Sie erzählen dir etwas über dich, über diese Gesellschaft, sie haben Relevanz. „Ernstfall“ steht auf der Setlist. Peter Hein ätzt „Schnöselmaschine“ und „Die kleine Geldwäscherei“, „Joe Strummer“, brüllt Peter Hein nach der Zugabe „Club der schönen Mütter“ und rezitiert dessen „I’m so bored of the USA“-Tirade. Tiefsten Respekt, Fehlfarben. Und bitte. Weitermachen. www.fehlfarben.com

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.