Ramones

Raw DVD

Die wohl einflussreichste Punk-Band der Welt.

Keines ihrer regulären Alben erreichte in ihrem Heimatland USA Gold, dennoch sind sie die wohl einflussreichste Punkband der Welt. Zumindest zwei ihrer Mitglieder hassten sich abgrundtief, dennoch saßen siejahraus, jahrein zusammen im Kleinbus und gingen jede Nacht gemeinsam auf die Bühne. Die Story der Ramones ist so glorreich wie tragisch, und ein Happy End hat sie auch nicht. Mit Joey, Dee Dee und kürzlich auch Johnny sind drei der Gründer bereits verstorben. Es mag zynisch klingen, aber genau das ist der Stoff, aus dem Legenden sind. Zwei aktuelle DVDs stricken diese nun munter weiter: Da wäre zum ersten raw von Marky Ramone. Der Trommler hatte den cleveren Einfall, ab 1987 eine Super-Acht-Kamera mit auf Tour zu nehmen. Seine Bilder bieten einen recht interessanten Einblick hinter die Kulissen einer reisenden Rockband, da wird viel gealbert und rumgezickt, echter Zoff bleibt jedoch ausgespart. Des weiteren gibt es Konzertausschnitte. Auftritte bei TV-Shows sowie die Aufnahme der legendären Combo in die Rock’n’Roll Hall Of Farne, samt Laudatio von Eddie Vedder. Hinzu kommen ein kompletter Konzertmitschnitt (27 Minuten) sowie diverse Extras. Fazit: Ob verwackelt und unscharf, so nah kam der Fan den Ramones noch nie. we’re outta here zeigt das letzte Konzert der tief zerstrittenen Gaba-Gaba-Hey-Brigade am 6. August 1996 im Cow Palace von LA. Als Gäste zollten Promis wie Eddie Vedder, Chris Cornell und Ben Shepard lEx-Soundgarden], Tim Armstrong und Lars Fredriksen von Rancid sowie Lemmy ihren Tribut. Letzterer sang mit den Brüdern seine selbstverfasste Hymne „R.A.M.O.N.E.S.“ – ein bewegender Moment. Dazu gesellen sich legendäre CBGB-Konzertaufnahmen aus den Mittsiebzigern, die belegen, dass die Ramones damals noch auf den Spuren der New York Dolls wandelten. Ferner gibt es ihren Gig bei den Simpsons („Happy Birthday To Mr. Burns“] und etliche Interviews mit Weggefährten wie Debbie Harry, Richard Hell. Rob Zombie und vielen anderen. Zum Glück sind hier neben der üblichen Bauchpinselei auch einige kritische Töne zu hören, die einmal mehr beweisen, dass auch Scheinwerferlicht Schatten wirft.