Van Morrison :: Still On Top: The Greatest Hits

Eine Reise durch die Karriere des "Belfast Cowboy" in 37 Songs - von Rhythm'n'Blues bis Folk, von Pop bis Caledonia Soul Music.

Verstehe einer die Musikindustrie: Da gibt es bereits reichlich Silberlinge mit den größten Würfen des genialischen irischen Grantlers – The Best Of Van Morrison Vol. 1 (1990), The Best Of … Vol. 2 (1993) sowie die eben erst erschienene, mit Raritäten, Soundtrack-Beiträgen und bis dato nur auf diversen Kompilationen verstreuten Songs geadelte Doppel-CD The Best Of … Vol. 3. Und dem allen zum Trotz flattert einem nun Still On Top: The Greatest Hits ins Haus, eine Doppel-CD mit 37 Songs, von denen mindestens zwei Drittel auf den oben genannten Compilation-Alben zu finden sind, und einem bemerkenswert hässlichen Cover, das an das Erstlingswerk eines farbenblinden Romantikers nach einem Airbrush-Volkshochschulkurs denken lässt. Aber schweigen wir von den Mysterien der Veröffentlichungspolitik und anderen Randaspekten und kommen lieber auf die Musik zu sprechen-und da sei dem, der bislang nichts oder nur wenig vom Schaffen Van Morrisons mitbekommen hat (der Rest weiß es eh längst), gesagt: Die ist natürlich über beinahe jeden Zweifel erhaben, wobei die stilistische Bandbreite von den rüden Rhythm’n’Blues-Attacken aus der Them-Ära („Gloria“, „Here Comes The Night“, „Baby Please Don’t Go“) und den Caledonia-Soul-Exerzitien der frühen Solojahre („Moondance“, „Wild Night“, „Saint Dominic’s Preview“, „Into The Mystic“) über aufgekratzte Pop-Tunes („Brown-Eyed Girl“, „Wavelength“) und Songs vom famosen 1982er Longplayer Beautiful Vision bis hinzu irischem Folk („Irish Heartbeat“ mit den Chieftains) und den gediegenen, gerne auch jazznahen Elder-Statesman-Tracks der jüngsten Schaffensphase reicht. Okay, manches, gerade aus den letzten Jahren, tönt beizeiten allzu wohltemperiert bis altersmilde, aber, hey: diese Stimme. Diese S-t-i-m-m-e. Diese STIMME. Machen wir’s kurz: Novizen sind mit Still On Top: The Greatest Hits (und mit dem Jahrhundertwerk Astral Weeks, das in jede Plattensammlung gehört und für diese Zusammenstellung dankenswerterweise nicht gefleddert wurde) allemal gut bedient.

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