Jamie Lidell :: Compass

Warp/Rough Trade

Durchsage vom Bademeister: Jamie Lidell singt den Soul der Zukunft.

Durchsage: Wer einen knapp 1,60 Meter großen Soul- und Funk-Revolutionär mit schwarzen Locken vermisst, soll sich bitte bei Jamie Lidell melden. Dort kann der kleine Prince jederzeit abgeholt werden. Tatsächlich erreicht Lidell auf seiner nun schon einige Alben andauernden Mission, den vom Mainstreamerfolg zu Tode polierten R’n’B doch noch in die Moderne zu führen, mit COMPASS neue Höhen. Seine spartanischen Beats konterkarieren einerseits die die Charts verstopfende Dutzendware, führen aber vor allem vor, was rhythmisch und atmosphärisch möglich ist, wenn man Soul nicht ausschließlich als Schmalztopf begreift. Mit der Hilfe von Gonzales, Feist und Beck schreitet Jamie Lidell das Spektrum vom schweißigen Funk bis hin zum ekstatischen Gospel ab, lässt Gäste wie Grizzly Bear und Wilco ein wenig Folk und Americana einmontieren, und programmiert gerade so viele Ecken und Kanten in seine Tracks, dass das Genre nie an den eigenen Klischees erstickt. Jamie Lidells noch aus Super-Collider-Tagen bekannte Vokalakrobatik, die er diesmal aber konsequent in den Dienst der Sache stellt, tut ein Übriges. So kann er sich im wundervollen Titelsong sogar ein fettes Streicherarrangement erlauben, ohne jemals Gefahr zu laufen, im Kitsch zu versinken.

www.jamielidell.com

Story S. 18

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