Alex Clare :: The Lateness Of The Hour

Island/Universal

Singer/Songwriter-Dubstep, der vom Dancefloor direkt unter die Bettdecke führt

Eine verzichtbare, aber wahrscheinlich unvermeidliche Information: Alex Clare war einmal ein Jahr lang der Liebhaber von Amy Winehouse. Danach kam er auf die seltsame Idee, seine Singer/Songwriter-Songs mit Dubstep-Beats aufhübschen zu lassen. Die Idee war aber nicht seltsam genug, dass sein in Großbritannien bereits im vergangenen Sommer erschienenes Debütalbum The Lateness Of The Hour nicht einen dezenten Hype ausgelöst hätte. Das hatte sicherlich auch damit zu tun, dass für jene Beats zwei Herren namens Diplo und Switch zuständig waren. Wie die arbeiten, führen sie am eindrücklichsten vor in einer Coverversion von „When Doves Cry“. Aus der Prince-Schnulze wird auf The Lateness Of The Hour ein mathematisch abgezirkeltes Klangexperiment, das quietschende 80er-Jahre-Synthesizer mit kühlen Keyboardflächen und einem unterirdisch grollenden Beat kombiniert, während Alex Clare weihevoll dazu singen darf. Ansonsten beschreibt das Album eine Nacht, die im Club mit dem Dancehall-Knaller „Up All Night“ beginnt. Danach läuft im schicken After-Hour-Laden das wundervoll schlafwandlerische „Tightrope“. Und schließlich landet Alex Clare unter der Bettdecke und knödelt soulig „I Won’t Let You Down“. Diese Piano-Ballade verzichtet auf jeden elektronischen Schnörkel, ist aber so gnadenlos kitschig, dass Elton John dafür einst seine halbe Brillensammlung hergegeben hätte.

Key Tracks: „Up All Night“, „Tightrope“

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