Dry Cleaning

SECRET LOVE

4AD/Beggars/Indigo (VÖ: 9.1.)

Das Londoner Postpunk-Quartett sucht den Spaß in der Angst vor der Dystopie.

Dry Cleaning fühlen sich wohl an der Grenze zum Unbehagen. Das beginnt bei den Albumcovern: zuletzt die Haare auf der Seife, jetzt die Augenspülung. Dagegen strahlt der stoisch gemurmelte Sprechgesang von Florence Shaw etwas Beruhigendes aus – wären da nicht der böse Humor und die düsteren Bilder, wenn Shaw von einem relevanzheischenden „Cruise Ship Designer“, grotesker Fleischpassion („Evil Evil Idiot“) und dem Hintergrundrauschen des Krieges („Blood“) erzählt.

Oder humoristische Reime einstreut: „I don’t like to clean / I find cleaning demeaning“. Vom Lachen zum Gruseln ist es nur ein kleiner Schritt. Und zwischen sägenden No Wave Gitarren und motorischen Drums formen sich spröde Ohrwürmer und geradezu beschwingte Jangle Pop Episoden. Produziert von Cate Le Bon, entstand SECRET LOVE, das dritte Album der Londoner, in verschiedenen Studios, darunter auch in Jeff Tweedys The Loft in Chicago.

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Da passt es, dass Shaw nach dem Cold Noise Stampfer „Rocks“ in „The Cute Things“ ihren lieblichsten Gesang herausholt, und die Gitarre schiefe Country Vibes verbreitet. Die Gegenwart ist dystopisch. Doch Spaß muss auch sein.

Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.