Pullman
III
Western Vinyl (VÖ: 9.1.)
Die akustische Postrock-Supergroup feiert nach 24 Jahren ein bescheidenes Comeback.
Mit ihrem Comeback erinnerten Tortoise vor Kurzem daran, dass Postrock vor den emotionalen Achterbahnfahrten von Godspeed You! Black Emperor und Co. auf Beständigkeit statt auf große Gesten setzte. Umso mehr tun das Pullman, eine Chicagoer Postrock-Supergroup mit Mitgliedern von unter anderem Tortoise und Come.
III ist ihr erstes Album seit 24 Jahren, aber knüpft nahtlos an den tendenziell akustischen, mit Americana-Anleihen angereicherten Sound der beiden Bands an. Dementsprechend still ist dieses Album, um laute Töne ging es in dieser Musik – ursprünglich zumindest – ja doch nie.
Doug McCombs, Bundy K. Brown, Chris Brokaw, Curtis Harvey und Tim Barnes verweben behutsam für mal 47 Sekunden oder auch 13 ½ Minuten verschiedene Klangtexturen miteinander – ohne Ziel und doch mit viel Freude daran. Selbst wenn mal eine Gitarre psychedelische Töne anschlägt, klingt das undramatisch und nie selbstdarstellerisch. III schwebt immer knapp unter der Wahrnehmungsgrenze – wie gemacht für offene Ohren und verregnete Sonntage.
Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.



