Album der Woche

Imarhan

ESSAM

City Slang/Integral (VÖ: 16.1.)

Tuareg-Wüstenrock, der von einer besseren Welt träumt.

Don’t call it Weltmusik: Seit 2006 arbeiten Imarhan an ihrem staubtrockenen und gleichzeitig psychedelischen Rock aus dem Herzen der Sahara. Auf ihrem vierten Album verarbeitet das Quintett die sich verschlechternde Situation in ihrer Heimatregion an der Grenze zu Mali, aber feiert auch Zusammenhalt und Gemeinschaft.

Und das ist auch zu hören mit Call-and-Response-Elementen und gemischtgeschlechtlichen (!) Chören in Stücken wie „Tin Arayth“ oder „Téllalt“ oder dem von Tinariwen-Mitglied Eyadou Ag Leche geschriebenen „Adounia Touchal“, begleitet von den charakteristischen Gitarren von Iyad Moussa Ben Abderahmane (auch bekannt als Sadam), Hicham Bouhasse und Abdelkader Ourzig, den Percussions von Haiballah Akhamouk und Tahar Khaldi am Bass.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Unterstützung hat die Band sich diesmal bei Freunden wie ihrem langjährigen Toningenieur Maxime Kosinetz geholt, der als Produzent in Erscheinung tritt, und dem Multiinstrumentalist Emile Papandreou von der französischen Band UTO, der gerade bei der Programmierung der ambient-haften elektronischen Flächen seine Expertise einbringt. Aufgenommen haben sie das Album in ihrem Aboogi Studio in ihrer Heimat Tamanrasset, das gleichzeitig auch als eine Art Communitycenter dient. Trotz aller politischer und sozialer Herausforderungen, die die Band thematisiert, klingt ESSAM (zu Deutsch: Blitz) leicht, beschwingt, ja heiter. Musik bedeutet Freiheit – und kaum jemand zeigt das schöner als Imarhan.

Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.