Musiker positionieren sich klar zur ICE-Tötung von Alex Patti

Doc Coyle, Neil Schon und weitere Artists reagieren entsetzt auf die tödliche Erschießung bei Minneapolis-Protesten. Ihre klare Botschaft an die Regierung.

Das Vorgehen der amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE gegen Bürger:innen und Demonstrierende in Minneapolis ist seit einigen Wochen in aller Munde und sorgt für Kontroversen. Nun kam es zu einem weiteren Vorfall in der Stadt, der das schwierige politische Klima zusätzlich verschärfte. Alex Patti, Einwohner von Minneapolis, wurde während eines Protests gegen die ICE erschossen.

Stimmen aus der Kultur werden lauter

Der Vorfall ist Teil einer Reihe tragischer Ereignisse, die sich vor und während der Proteste in der Stadt abspielten. Dieser dritte Fall folgt auf die Fälle von Renee Gold am 07. Januar 2026 und Julio Cesar Sosa-Celis 14. Januar 2026. Beide wurden erschossen. Zum Renee-Good-Fall gab es auch eine Protestaktion aus den Reihen der Filmwelt, bei den Golden Globes 2026 über die ME ebenfalls berichtete.

Was genau ist passiert? Alex Patti war ICU-Krankenpfleger und leistete Dienst in einer Einrichtung des Veteranenministeriums. Der Polizei-Chef von Minneapolis, Brian O’Hara, berichtete in einer Pressekonferenz gegenüber dem Sender NBC, dass das Opfer „um kurz vor 9 Uhr morgens nach einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen Grenzbeamten und Demonstranten, die gegen die Einwanderungspolitik der Regierung protestierten, erschossen wurde.“

Die genauen Umstände des Zwischenfalls vom Samstag bleiben weiterhin unklar, zahlreiche Fragen sind noch ungeklärt. Während das Heimatschutzministerium von einem Fall der Selbstverteidigung spricht, schüren Videoaufnahmen vom Geschehen die Kritik am harten Durchgreifen der Einwanderungsbehörde ICE gegenüber Migrant:innenen sowie am aggressiven Einsatz gegen demonstrierende Bürger:innen.

Nun meldeten sich Künstler:innen, vor allem aus der Rock- und Metallszene, zu dem aktuellsten Vorfall zu Wort.

Kritik gegenüber Vorgehen der ICE

Beispielsweise meldete sich Gitarrist Doc Coyle mit mehreren Tweets auf X zu Wort. Er antwortete einem anderen Nutzer, indem er ein Bild vom verstorbenen Freiheitskämpfer Martin Luther King postete, der darauf in einer Zelle sitzt. Dazu schrieb er: „Protest und ziviler Ungehorsam gehören zusammen. Informiert euch über Geschichte. Warum wurden Martin Luther King, Malcolm X, Medgar Evers und Mahatma Gandhi getötet? Weil sie sich an alle Regeln hielten. Ohne Unruhen kann man nichts verändern.“

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Anschließend führte er ein Streitgespräch mit demselben User über die Geschehnisse in Minneapolis. Darin fragte er unter anderem: „Mal ehrlich, wenn ihr in den Nachrichten von Protesten in anderen Ländern seht, geht ihr dann immer davon aus, dass die Leute dumm sind und keinen triftigen Grund zum Protestieren haben?“

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Etwa zeitgleich postete der Musiker eine längere Erklärung seiner Sicht auf die Dinge: „Was mich wirklich fasziniert und zugleich verwirrt, ist, wie wir versuchen, diese Tötungen zu verstehen und zu beurteilen, die auf Kamera festgehalten werden. Es ist, als würden wir instinktiv begreifen, dass es so etwas wie ein Spektrum oder eine Skala von 1 bis 10 gibt: Am einen Ende steht eine vollkommen gerechtfertigte Tötung, etwa ein mit einem Beil bewaffneter Psychopath oder ein buchstäbliches Schussgefecht mit einem Angreifer. Am anderen Ende wäre so etwas wie ein Polizist, der ein Kind erschießt, das ein Eis in der Hand hält, weil er es für eine Waffe gehalten hat. Aber die Vorfälle, die zu diesen großen Geschichten werden, sind meist viel offener für Interpretationen. Sie liegen irgendwo zwischen 4 und 6 auf dieser Skala. Und dann zerlegen wir sie Bild für Bild, wie eine Zeitlupe bei einer Sportwiederholung. Und die Leute entscheiden: Wenn es nur einen Zentimeter über der Linie in die eine oder andere Richtung liegt, dann ist es entweder brutaler, böser Mord (187) oder zu 100 % gerechtfertigte Selbstverteidigung, keine andere Wahl. Aber Moral kann einfach nicht so funktionieren, selbst wenn das Gesetz es tut. Wenn es einen Gott gibt – glaubt man wirklich, er spielt an den Himmelspforten das Videomaterial ab, um zu sehen, auf welcher Seite dieser Linie man um einen Zoll liegt? Hölle oder Himmel wegen eines Zolls? Das ergibt keinen Sinn. Ich stelle mir vor, dass ein Polizist jemanden töten könnte, der es völlig ,verdient‘ hat, und trotzdem von Schuldgefühlen zerfressen ist. So wie Superman, als er am Ende von Man of Steel Zod tötet. Und ich denke, genau das sollte unsere gesellschaftliche Abrechnung sein: Jede gewaltsame Tötung ist tragisch. Aber diese Regierung hat dem jede Menschlichkeit genommen. Sie haben immer zu 100 % recht, der tote Amerikaner ist ein Terrorist, ein Psychopath, ein Killer, und sein Tod soll gefeiert werden. Das ist massiver moralischer Verfall. Das sollten wir nicht akzeptieren. Eine moralische, anständige Gesellschaft würde versuchen, das gewaltsame Töten von Menschen zu vermeiden. Selbst wenn es hin und wieder doch passieren muss.“

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Er retweetete außerdem ein Video, in dem ein ICE-Beamter behauptete, er fotografiere das Auto einer Person, um sie in eine „nette kleine Datenbank“ von „inländischen Terroristen“ aufzunehmen. Dazu erklärte Coyle: „Sie töten dich nicht, weil du ein Terrorist bist. Sie nennen dich Terrorist, damit sie dich töten können. Ja, es ist wie dieser andere dumme Slogan, nur dass dieser hier tatsächlich stimmt.“

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Weitere Rocker:innen meldeten sich zu Wort

Auch Kollegen von Doc Coyle äußerten sich über X. Journey-Gitarrist Neil Schon schrieb unter einem Bild, auf dem Alex Patti konfrontiert wird: „Das ist totaler Wahnsinn und muss endlich aufhören.“

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Zuvor antwortete er auf einen Tweet von Autor Stephen King, in dem dieser sagte: „ICE ist die amerikanische Gestapo.“ Der Musiker antwortete simpel: „Angeheuerte Schläger.“

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Garrett Russell, Sänger von Silent Planet, äußerte sich als Erster zum Tod von Alex Patti, indem er einen Tweet des US-Heimatschutzministeriums vom Oktober 2025 retweetete.

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Dieser zeigte ein Bild aus der Videospielreihe Halo mit dem Kommentar: „Diesen Kampf beenden.“ Russell fragte in seinem Retweet: „Wer hätte das ahnen können?“