Kid Rock bei TPUSA-Halbzeitshow: Lip-Syncing und nur zwei Songs

16 Millionen sahen die kontroverse Mini-Show. Und ja, bei „Bawitdaba“ fiel Lip-Syncing deutlich auf.

Es passierte tatsächlich: Die rechtskonservative Organisation Turning Point USA veranstaltete parallel zur offiziellen Super-Bowl-Halbzeitshow mit Bad Bunny eine eigene „All-American Halftime Show“. Hauptact Kid Rock trat dabei lediglich mit zwei Songs auf – einer davon mit deutlich sichtbarem Lip-Syncing. Einfach nur peinlich.

Die Zahlen auf den Tisch

Die als „All-American Halftime Show“ beworbene Gegenveranstaltung zur offiziellen NFL-Halbzeitshow erreichte nach Angaben von Turning Point USA rund 16 Millionen Aufrufe auf YouTube, mit etwa fünf Millionen gleichzeitigen Zuschauer:innen auf dem Höhepunkt.

Unter Einbeziehung weiterer Streams auf konservativen Plattformen wie „The Daily Wire“ dürften die Gesamtzahlen noch höher liegen, bleiben aber deutlich hinter der offiziellen Halftime Show zurück, die im Vorjahr einen Rekord von 133,5 Millionen Zuschauenden erzielte.

30-Minuten-Event und ein kurz angebundener Kid Rock

Kid Rock ließ sich – trotz Hauptact-Status – erst rat zum Ende des insgesamt 30-minütigen Sets sehen und spielte dann lediglich zwei Stücke. Plus Lip-Syncing-Fail: Denn bei „Bawitdaba“ fiel eine deutliche Diskrepanz zwischen seinen Lippenbewegungen und dem tatsächlichen Gesang auf. In den Socials wird sich diesbezüglich bereits gut lustig gemacht. Kid Rock hat seitdem kein Statement diesbezüglich im Internet abgegeben.

Als zweiten Titel präsentierte der Panne-Rocker noch eine akustische Coverversion von Cody Johnsons „Til You Can’t“, die er unter seinem bürgerlichen Namen Robert Ritchie vortrug.

Country-Acts als tragende Säulen der Show

Den Großteil der Veranstaltung bestritten die als Supporting Acts angekündigten Künstler:innen. Country-Rock-Sänger Brantley Gilbert brachte seine Single „Real American“ mit, eine sogenannte Hymne auf „Helden im Ausland und Helden, die zu Hause alles zusammenhalten“. Country-Musiker Lee Brice präsentierte sein Lied „Country Nowadays“, in dem er sich gegen „Cancel Culture“ positioniert und beklagt, seiner Tochter nicht mehr sagen zu können, „dass kleine Jungen keine kleinen Mädchen sind“.

„American Idol“-Teilnehmerin und Country-Künstlerin Gabby Barrett trat mit ihren Songs „The Good Ones“ und „I Hope“ auf. Fun Fact: Eine Bonusaufnahme von „I Hope“ enthält ein Duett mit Charlie Puth, der bei genau dem Super Bowl, gegen den diese Veranstaltung protestierte, die Nationalhymne sang.

Turning Point USA als Veranstalter

Initiiert wurde das Event von Turning Point USA, einer rechtskonservativen Organisation, die seit ihrer Gründung 2012 durch Charlie Kirk eng mit der MAGA-Bewegung verbunden ist. Die Gruppe verfügt über ein Jahresbudget von mehreren Dutzend Millionen US-Dollar und betreibt unter anderem die umstrittene „Professor Watchlist“, auf der Hochschullehrende mit vermeintlich „linken“ oder „anti-amerikanischen“ Haltungen öffentlich aufgelistet werden.

Nach eigenen Angaben wollte Turning Point USA Werte wie „Glaube, Familie und Freiheit“ in den Mittelpunkt stellen und eine familienfreundliche Alternative zur offiziellen NFL-Show schaffen. Die Show wurde von Ehrungen für den verstorbenen Charlie Kirk eingerahmt.

Bad Bunny als Auslöser der Kontroverse

Die Gegenveranstaltung richtete sich explizit gegen die offizielle Super-Bowl-Halbzeitshow, bei der mit Bad Bunny erstmals ein überwiegend spanischsprachiger Künstler im Mittelpunkt stand. International wurde diese Entscheidung als Zeichen kultureller Öffnung gewertet, in konservativen Kreisen der USA löste sie jedoch Kritik aus. Vertreter:innen der MAGA-Bewegung äußerten sich abfällig über Sprache, Herkunft und Stil des puerto-ricanischen Künstlers.

Kid Rocks kontroverse Geschichte mit dem Super Bowl

Für Kid Rock ist es nicht die erste umstrittene Verbindung zur Super-Bowl-Halbzeitshow. Beim NFL-Finale 2004 schnitt er während seines offiziellen Auftritts ein Loch in eine US-Flagge und trug sie als Poncho auf der Bühne. Veteranenverbände werteten die Aktion als respektlos und reichten Beschwerden gegen den ausstrahlenden Sender CBS ein – der Vorfall gilt bis heute als einer der umstrittensten Momente in der Geschichte der Halftime Show.

In den vergangenen Jahren positionierte sich Kid Rock zunehmend als musikalischer Unterstützer Donald Trumps, trat mehrfach bei dessen Wahlkampfveranstaltungen auf und sorgte wiederholt mit polarisierenden Äußerungen für Schlagzeilen. Seine Karriere ist seit Jahrzehnten von Kontroversen begleitet, unter anderem wegen beleidigender Statements über queere Menschen, Frauen und Minderheiten.