Trump schlägt vor: Robert De Niro soll „auf ein Boot gehen“

Demokratie, Spaltung, Widerstand: Was wie ein Promi-Gezänk wirkt, ist ein Symptom tiefer politischer Gräben in den USA.

Donald Trump ist nach Äußerungen des Schauspielers Robert De Niro auf seiner eigenen Social-Media-Plattform ausgerastet. De Niro hatte bei einer Gegenveranstaltung zu Trumps „State of the Union“-Rede „Resistenz“ gegen den US-Präsidenten gefordert und davor gewarnt, dass dieser das Land spalte und gefährde. Trump antwortete am Morgen nach seiner Rede mit einer Reihe persönlicher Angriffe auf „Truth Social“ und bezeichnete den 82-jährigen Filmstar unter anderem als „krank und geistesgestört“ mit einem „extrem niedrigen IQ“.

Hintergrund: De Niro fordert Widerstand

Robert De Niro trat bei „State of the Swamp“ auf, einer von Trump-kritischen Gruppen initiierten Veranstaltung, bei der Aktivist:innen und Prominente ihre Sicht auf die politische Lage des Landes darlegten. Das Event wurde im National Press Club in Washington, D.C. organisiert und diente als politisches Gegengewicht zur offiziellen „State of the Union“-Rede.

In seiner Rede äußerte De Niro deutliche Kritik an der politischen Entwicklung unter Trump. Ein zentraler Satz seiner Ansprache lautete: „Im Endeffekt fühle ich mich von meinem Land verraten.“ Mit dieser Aussage drückte er seine tiefe Enttäuschung über die aus seiner Sicht gefährliche politische Richtung der USA aus. Er machte deutlich, dass er grundlegende demokratische Werte bedroht sieht, und rief die Bürger:innen dazu auf, sich politisch zu engagieren und Widerstand gegen diese Entwicklung zu leisten.

Neben Robert De Niro sprachen bei „State of the Swamp“ unter anderem der Schauspieler Mark Ruffalo, die Autorin Marianne Williamson, Senator Ron Wyden, sowie die Bürgermeister Jacob Frey und Brandon Johnson.

Trump antwortet mit persönlichen Angriffen

In mehreren Posts auf seiner eigenen Social-Media-Plattform warf Trump De Niro vor, keine Ahnung zu haben und „besessen“ von ihm zu sein. Er wiederholte seine Kritik daran, dass De Niro das Land spalten wolle, und bezeichnete dessen Appell an die Bürger:innen als gefährlich. Trump griff zudem die demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib an und schlug vor, diese sollten mit De Niro „auf ein Boot gehen“. Mit dieser „Boot“-Metapher suggeriert der Präsident, dass Robert De Niro sowie die demokratischen Abgeordneten das Land verlassen sollten und keine „echten“ Amerikaner:innen seien.

Vorfeld und politische Spannungen

Der Schlagabtausch zwischen Trump und De Niro ist kein neues Phänomen. Beide stehen seit Jahren in politischer Fehde und haben sich in der Vergangenheit wiederholt gegenseitig scharf kritisiert. De Niro nutzt regelmäßig öffentliche Auftritte und Medien, um Trumps Politik zu kritisieren, und Trump reagiert darauf wiederholt mit persönlichen Angriffen.

Kontext der Rede

Donald Trumps Reaktionen fallen unmittelbar nach seiner Rede zur Lage der Nation, die er vor dem US-Kongress hielt. In der fast zweistündigen Ansprache verteidigte Trump seine innen- und außenpolitische Agenda, betonte wirtschaftliche Erfolge und verschärfte seine politischen Grundlinien erneut.

De Niros Aufruf und Trumps Reaktion sorgen für zusätzliche Aufmerksamkeit vor den wichtigen Zwischenwahlen im November und zeigen wieder ein mal mehr, wie tief die politische Spaltung in den USA inzwischen reicht – und wie sehr sie auch die kulturelle Bühne des Landes erfasst hat.