Album-Cover auf Ritter Sport: Quadratisch, praktisch, ungeil
Auf Tafeln von Ritter Sport entdeckt man derzeit die Gesichter von deutschen Musik-Stars. Klingt eigentlich wie ein Perfect Match…
Ikonische Alben zum Anbeißen! Mit diesem Slogan bewirbt Ritter Sport eine ungewöhnliche Marketing-Aktion. Seit Anfang März gibt es Tafeln des Schoko-Herstellers mit den Covern, nun ja, berühmter Alben.
Klingt nach einer genialen Idee, denn wer hätte nicht gerne das Artwork seiner Lieblingsplatte als Verpackung für etwas Kakaoglück. Eine Idee, die Ritter Sport offenbar eher bitter aufstieß, dabei gibt es doch inzwischen für jeden Stuss personalisierte Produkte. Stattdessen grüßen auf der Hülle „nur“ Alben von Sarah Connor (MUTTERSPRACHE), Materia (ZUM GLÜCK IN DIE ZUKUNFT II), Cro (RAOP), Helene Fischer (FARBENSPIEL) und Scorpions (CRAZY WORLD).
Wahrscheinlich hätte der Hersteller gerne, dass man das als Querschnitt durch die deutschsprachige Popkultur der vergangenen Jahrzehnte betrachtet. Aber das sieht wohl nur der so, der zuhause nicht mehr als 20 Alben herumstehen hat und auch bei Rossmann Hit-Compilations kauft.
Wer alle Alben-Schokoladen kauft, hat fünfmal die selbe Tafel
Schaut jedenfalls nach Nummer sicher und eher nach dem Motto „Quadratisch, praktisch, ungeil“ aus. Mal abgesehen davon, dass man sich schon gerne vorgestellt hätte, wie FOTZE von Ikkimel bei Edeka und Lidl angekommen wäre, verstecken sich hinter den aufwendigen Verpackungen nicht einmal extravagante Tafeln. Stattdessen gibt es jeweils nur Alpenmilch. Die Langweilerschokolade aus dem Sortiment also. Pistazie wäre doch nett gewesen. Oder wenigstens Marzipan. Die Musiker:innen hätten auch ihre Lieblingsmarke auswählen können. Chance vertan!
Man ahnt es bereits, dahinter steht natürlich auch eine Kooperation. In dem Fall gibt es mit QR-Code die Möglichkeit, ein kostenloses Probeabo von Apple Music abzuschließen und sich (endlich?) das abgebildete Werk anzuhören. Immerhin bleibt das Abo nicht auf die fünf Scheiben beschränkt.
Im Netz gab es wenig überraschend schon eine Abreibung für die tönende Schokolade. Während Ritter Sport in einer Mitteilung vollmundig von „Statement Pieces“ spricht, wird die Auswahl unter Fans zu großen teilen als „völlig bescheuert“ angesehen.
Viele stört eher etwas anderes bei Ritter Sport
Manche vermuten auch nur eine Ablenkung von der seit Jahren anhaltenden Preispolitik. Inzwischen kosten einige Sorten von Ritter Sport bereits deutlich über zwei Euro. Dabei war das einst absolut minimalistisch gehaltene Produkt früher für seinen Sparpreis bekannt.
Das hat allerdings auch mit dem Kakao-Markt zu tun: Obwohl die Rohstoffpreise für Kakao zuletzt fielen, bleibt Schokolade im Jahr 2026 auch bei anderen Herstellern teurer als zuvor. Das liegt daran, dass die Bohnen zu einem Zeitpunkt eingekauft werden mussten, als die Preise noch auf ihrem Höhepunkt waren, und diese Kosten nun weitergegeben werden. Zuletzt sind die Preise für Kakao immerhin wieder leicht gesunken.



