Tamikrest – „ASSIKEL“: Tuareg-Jubiläum mit Tinariwen
Die Band aus Mali errichtet eine analoge Oase für ihren indigoblauen Ethno-Blues.
Seit 20 Jahren steht Tamikrest für einen Wüsten-Blues-Sound, der mit dem amerikanischen Desert-Rock außer der Faszination für psychedelisch fiebrige, fließende Strukturen nicht sonderlich viel gemein hat. Dass sich die aus Mali stammende Gruppe, die Tuareg-Traditionen mit westlichen Klängen fusioniert (und für ihre ersten beiden Alben The-Walkabouts-Folk-Rock-Fachmann Chris Eckman als Supporter sowie Produzenten verpflichten konnte), nach zwei Dekaden nun die erste Kooperation mit Tinariwen, jener schon von Robert Plant hochverehrten Vorreiter-Band des Sahara-Sounds, gönnt, kann man als Geburtstagsgeschenk an sich selbst sehen.
Tinariwen-Gründungs-Sänger und -Gitarrist Ibrahim Ag Alhabib leiht dem kargen „Eillal“ seine bedächtige Erzählstimme. Festlich anmutende Reigen und Lap-Steel-Meditatives sind indes genauso Bestandteil der bewegenden Klangreise, die ihren Aufnahmeausgangspunkt diesmal im niederländischen Haarlem nahm: Ebendort hat Altin-Gün-Tontechniker Jasper Geluk den analogen Ambitionen der Band authentisches Vintage-Equipment an die Hand gegeben.
Entsprechend warm und dynamisch rieselt ASSIKEL aus den Lautsprechern. Würde Tarantino mehr als nur noch eine letzte Regiearbeit planen, ein Wüsten-Western mit Tamikrest-Soundtrack wäre ein passendes Szenario. Doch diese Wunschvorstellung bleibt wohl eine Fata Morgana.