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Tamikrest Tamotait


Glitterbeat/Indigo (VÖ: 27.3.)

Die Tuareg-Band Tamikrest existiert nun schon das vierzehnte Jahr. Trotz Irrungen und Wirrungen in ihrem Heimatland Mali blieb die Besetzung bislang sehr stabil. Drei von vier Gründungsmitgliedern sind noch dabei, und sie bilden den festen Kern, der den sanften Entwicklungsprozess trägt.

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Wie schon in der Vergangenheit reicht den Nordafrikanern auch diesmal ein einziges Wort für den Titel ihres neuen, fünften Studioalbums: TAMOTAIT, das für die Hoffnung auf einen positiven Wandel steht. Was sollen Ousmane Ag Mossa (Gesang, Gitarre), Perkussionist Aghaly Ag Mohamedine und Bassist Cheik Ag Tiglia auch machen, als die Hoffnung nicht zu verlieren? Sie sehen Kultur und Tradition ihres Volkes bedroht. Ihre Heimatstadt Kidal mussten sie schon vor einem Jahrzehnt verlassen. Seitdem leben die drei Männer in Frankreich oder Algerien im Exil.

Auf TAMOTAIT nutzen Tamikrest die Möglichkeiten eines modernen Studios (Paris) wie nie zuvor, und auch die westlichen Einflüsse in ihren Songs nehmen zu. Die Musiker sind trotz der Sehnsucht nach Rückkehr in ihre Heimat bestimmt keine Traditionalisten. Mit zwei Franzosen als festen Bandmitgliedern gelingt dem Quintett der Sprung vom tiefenentspannten Wüstenblues hin zu lauten Rock-Exkursionen. Sie können viel Strom durch ihre Gitarren jagen („Awnafin“), aber auch die akustischen Saiten streicheln, und das macht den enormen Reiz dieses Album aus.


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