Kurt Vile – PHILADELPHIA’S BEEN GOOD TO ME: Folkrock als Stadtporträt
Hometown Glory: Die Americana-Ikone mit einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt.
Bei aller Understatedness von Kurt Vile als Solokünstler, als auch als Frontmann von The War On Drugs darf man nicht vergessen, dass er schon immer ein gesundes Selbstbewusstsein hatte – und sich schon, vielleicht mit einem Hauch von Selbstironie, am Anfang seiner Karriere „Philly’s constant hitmaker“ nannte. Aber: Er hat das über die letzten Jahre auch eingelöst. Nun erscheint sein neuntes Soloalbum, und es ist, mehr denn je, eine Feier seiner Heimatstadt. Pünktlich zum 250-jährigen Geburtstag der USA, deren erste Hauptstadt Philadelphia ja einst war.
Der Titelsong von PHILLY’S BEEN GOOD TO ME zählt auf einer mit hypnotischen Synths und Vile-typischer Gitarre ausgeleuchteten Bühne lakonisch die Vorzüge der Stadt auf, ohne dabei ihre Schattenseiten zu verstecken – so geht wirklich wahre Liebe. Vile umarmt Americana in all ihren Formen, Einflüsse aus Country, aber auch von Heroen wie dem früh verstorbenen HipHop-Produzenten DJ Screw aus Houston (besonders auf „Rock o‘ Stone“), und immer wieder Neil Young vermischt Vile zu seinem eigenen weirden, aber immer entspannten Folkrock.
Eine Vision des anderen, des besseren Amerika im Schicksalsjahr der USA.